Ein Gruppenmitglied schreibt

Seit Jahren bin ich ein überzeugtes Gruppenmitglied, besuche regelmäßig die Gruppentreffen, nehme an vielen Angeboten wie Klinikbesuche, Ausflüge, Jahresabschluss, Schulungen und Seminare teil. Ich bin heute ein überzeugtes Gruppenmitglied und TEBler.

Ich wurde noch zu einer Zeit an der Bauchspeicheldrüse operiert, in der diese Operation zu einer der gefährlichsten und schlimmsten gehörte. Es gab fast keine Pankreaszentren und es gab auch nur wenige Spezialisten. Die Fallzahlen waren sehr, sehr niedrig und damit auch die Erfahrung der Ärzte. Fachliche Informationen über Gewichts- und Verdauungsprobleme, Ernährung, richtige Einnahme der Enzyme, ADEK-Vitamine, Diabetes 3 c und vieles mehr gab es kaum und wenn, waren sie meist sehr dürftig.

Es gab zu meiner Zeit, soweit mir bekannt war, keine Gruppe, an der ich teilnehmen konnte. Es fehlte mir nach meiner sehr schweren Operation der persönliche Austausch von Betroffenen und deren Angehörigen und eine regelmäßige Anlaufstelle, die mir auf meine Fragen Antworten geben konnte. Erschwerend kam hinzu, dass ich einen Spezialisten außerhalb Baden-Württembergs fand, der mich auch operierte. Doch der Weg zu ihm war weit und somit blieb ich sehr oft mit meinen Sorgen und Nöten alleine.

1999 bekam ich Post von Katharina Stang. Sie lud mich zu einem Gruppentreffen für Betroffene mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ein. Völlig überrascht und skeptisch las ich das Schreiben und dachte sofort: „Was soll ich jetzt nach den schweren Jahren dort?“ Ich hatte für mich einen Weg gefunden, der sicher nicht optimal war, kam aber inzwischen mit der Situation klar. Meine Frau, die damals die treibende Kraft war, ermutigte mich, die Gruppe versuchsweise zu besuchen, um mir vor Ort eine eigene Meinung bilden zu können.

So ging ich voller Erwartung zum ersten Treffen. Menschlich und liebevoll wurde ich in die Gruppe aufgenommen. Es fand ein reger Austausch unter den Betroffenen statt. Damals wie heute waren Betroffene mit Krebs in der Mehrzahl und doch fanden wir immer wieder Gemeinsamkeiten in der Themenauswahl.

Frau Stang mit ihrem fachlichen Wissen, das heute um ein vielfaches höher ist als es damals war, versuchte auf die Fragen der Teilnehmenden die richtigen Antworten zu geben. Konnte sie das nicht, versprach sie, sich bei den verschiedenen Experten zu erkundigen und die Antwort nachzuliefern. Auch das hat sich heute geändert, Frau Stang weiß auf fast alle Fragen eine Antwort. Auch sie hat eine enorme Entwicklung gemacht.

Bis heute sind die Gruppentreffen fachlich interessant, menschlich und vor allem lehrreich, jeder Teilnehmer kann für sich etwas herausholen. Man lernt und versteht besser, mit seiner Erkrankung umzugehen. Vieles habe ich während der langen Zeit in der Gruppe erfahren und erlebt. Immer wieder musste ich feststellen, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs zu einer der schlimmsten Erkrankungen zählt und rapide zunimmt.

Eine solch schwierige Gruppe seit 18 Jahren immer wieder mit neuen Vorträgen, fachlichem Wissen und einer enormen Menschlichkeit, Fürsorglichkeit und Idealismus zu führen, ist einzigartig und verdient meinen ganzen Respekt. In jedem Gruppentreffen versucht Frau Stang allen Betroffenen und Angehörigen gerecht zu werden, geht auf sie ein und baut ihre Fragen, Sorgen und Nöten in die Gruppe ein, ohne dass sie dabei Namen oder Personen benennt.

So kann es sein, dass Themen wie akute, chronische Zysten, IPMN, bildgebende Verfahren, Operationen, Schmerz-, Chemo-, Psychotherapien und Diabetes 3 c in einer Gruppe behandelt werden müssen. Jeder, der eine Frage hat, bekommt sie auch beantwortet. Fachlich, ruhig, besonnen und menschlich baut sie die Gruppe auf, lässt dabei die Erfahrungen und Meinungen der Betroffenen immer wieder einfließen, indem sie sie anspricht oder sie durch Nachfragen aus der Reserve lockt. Wie sagte eine Betroffene nach der Gruppe: „Ich kam als unwissender Zwerg und gehe als Riese nach Hause. Soviel habe ich heute erfahren.“

Obwohl ich ein alter Hase in der Gruppe bin und schon viel Wissenswertes dort erfahren und mitnehmen konnte, hat mir das Gruppentreffen mit dem Thema „Diabetes gestern und heute“ sehr viel an Lebensqualität wieder gegeben.

Der Gruppennachmittag mit der Referentin Frau Susanne Beck begann. Nach einer kurzen Einleitung übergab Frau Stang an Frau Beck. Nachdem sie uns das „Gestern und Heute“ in der Behandlung, Erfahrungen im Umgang mit Diabetes, erklärte, kam sie auf Flash Glukose Messung (FGM) zu sprechen und erklärte uns, was das ist, was es bedeutet und vor allem die Anwendung und Vorteile wie z. B. weniger Stechen in die Fingerkuppen, leichteres und genaueres Messen, bessere Kontrollen zur Vermeidung von Unterzucker, das Verhalten meines Diabetes in der Nacht u. v. m.

Alle hörten gespannt zu, es war ein beeindruckender und hochinteressanter Vortrag, keiner der Anwesenden wurde von seinem Diabetologen auf diese Neuheit aufmerksam gemacht. Als besonderen Höhepunkt bekam jeder Teilnehmer, der es wollte, FGM angelegt. Jetzt konnte man 14 Tage beobachten und vergleichen, welche Vorteile es wirklich hat und später alles weitere mit seinem Diabetologen besprechen. Wenige Tage später machte ich einen Termin beim Diabetologen, nach einem intensiven Gespräch verschrieb er mir FGM sofort und meine Kasse (die „T“) übernahm die Kosten.

Ich hatte in der sehr interessanten Informationsmappe Diabetes 3 c von TEB den Namen FGM gelesen, wusste aber nichts damit anzufangen. Heute bin ich sehr, sehr dankbar und glücklich, dass ich in der Gruppe von FGM erfahren habe, das gab mir wieder mehr Lebensqualität. Seither messe ich viel öfters, meine Fingerkuppen erholen sich langsam und ich konnte so manche Unterzuckerung vermeiden. Das Messen ist leichter und vor allem viel schmerzfreier geworden.

Und so sehen es alle, die an diesem Tag in der Gruppe waren, wir alle sind unendlich dankbar!

Damit ich noch mehr über den Umgang mit dem Diabetes 3 c lerne, nehme ich auch an der entsprechenden Schulung in Fulda teil.

Heute möchte ein alter Hase die Gelegenheit nutzen, um Dir, liebe Katharina, recht herzlich für die vielen Jahre, viele interessante Gruppentreffen, Wissen, Menschlichkeit und der daraus entstandenen Freundschaft zu danken. Seit unserer ersten Begegnung habe ich sehr oft erlebt, wie Du Betroffenen und deren Angehörigen beistehst und ihnen Mut, Hoffnung und Zuversicht vermittelst. Du bist ständig um die Erhaltung ihrer Lebensqualität bemüht.

Durch Dich habe auch ich ein großes Stück Lebensqualität dazubekommen.

DANKE!

Ein jahrelanges Gruppenmitglied

R. W.

 
 

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