Schulung vom 14. bis 16. Juli 2017 in Fulda Thema „Diabetes Typ 3 c“


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Wir danken der KKH (Bundesebene), die dieses Projekt nach § 20h SGB V gefördert hat.

Seit langem wissen wir durch unsere Mitglieder, Gruppenarbeit und Beratungen, dass viele, die den Diabetes Typ 3 c auf Grund ihrer Erkrankung entwickelt haben, schlecht oder teilweise gar nicht richtig aufgeklärt oder behandelt werden. Betroffene werden oftmals von heute auf morgen (nach einer Totaltektomie) mit dem Diabetes Typ 3 c konfrontiert.

Der Diabetes Typ 3 c, bei dem beide Botenstoffe (Insulin und Glukagon) fehlen, ist sehr, sehr schlecht einzustellen. Betroffene erzählen, dass sie ständig überfordert sind. Mal ist der Zuckerwert zu hoch, mal zu tief. Tagtäglich haben sie Angst, in die Unterzuckerung zu fallen.

Aufgrund dieses Zustandes sind Betroffene und deren Angehörige sehr verunsichert. Sie messen oder spritzen oftmals falsch und verwenden bei den vielen Blutzuckermessungen die gleiche Lanzette oder Nadel. Sie wissen oftmals auch nicht, dass sie den Diabetes Typ 3 c haben. Oft werden sie in den Diabetes Typ 2 eingeordnet, was natürlich total falsch ist.

Deshalb nahmen wir die Schulung zum Anlass, Betroffenen und ihren Angehörigen zu zeigen, wie sie besser mit ihrem Diabetes umgehen und ihre Unsicherheit verlieren können, wodurch so manche Unterzuckerung vermieden werden kann. Die Betroffenen und Angehörigen lernten, wie man schneller dem Unterzucker entgegenwirken und dadurch oftmals eine Klinikeinweisung vermeiden kann, was letztendlich den Krankenkassen und unserer Gesellschaft erhebliche Kosten spart.

Wir von TEB e. V. wissen, dass es seit einiger Zeit das neue Blutzuckermessgerät zur Langzeit Blutzuckermessung (FGM), das bereits von einigen Kassen übernommen und bezahlt wird, auf dem Markt gibt. Wir nahmen die Schulung zum Anlass, einen Referenten einer Firma für Langzeitblutzuckermessgeräten zu gewinnen, der uns diese Neuheit vorstellte und erklärte. Nach einem sehr informativen und bildlich dargestellten Vortrag von Herrn Dr. Christof Schläger bekam jeder Teilnehmer im Anschluss das neue System zur Langzeit Blutzuckermessung (FGM) angelegt und kann somit seine Blutzuckerwerte 14 Tage messen und aufzeichnen.

Große Vorteile vom Langzeit Blutzuckermessgerät (FGM) sind z. B., dass man weniger in die Fingerkuppen stechen muss, schneller den Zuckerwert messen und damit auch schneller der Unterzuckerung gegensteuern kann und dass man die Tag- und Nachtverläufe einsehen kann.

Ein Betroffener sagte: „Ich muss jetzt im Jahr 1474 mal weniger in meine Fingerkuppen stechen und das ist für mich sehr wichtig, denn ich bin Maler und brauche meine Fingerkuppen.“

Es war ein sehr interessanter Vortrag, für den ich mich im Namen aller Teilnehmer herzlich bei Herrn Dr. Christof Schläger bedanke.

Die Schulung wurde drei Tage von Herrn Dr. Kress, Diabetologe, geleitet. Seine Vorträge waren hoch interessant und verständlich. Er führte uns ärztlich und menschlich durch diese Tage, war immer an unserer Seite und zeigte uns, wie und wo wir unbedingt besser werden müssen. Er hat in der kurzen Zeit so viele Fehler im Umgang mit diesem Diabetes gesehen, dass er sich entschloss, noch eine individuelle Beratung zusätzlich für jeden Teilnehmer anzubieten.

Unser großer Dank gehört Herrn Dr. Kress, der alles gegeben und uns die Angst vor diesem Diabetes Typ 3 c genommen hat.

Wir danken ganz herzlich seinem Chef, Herrn Dr. Matthias Kraft, der ihn für dieses Wochenende freistellte und uns dadurch diese Schulung ermöglichte. Wir wissen, dass dies nicht selbstverständlich ist. Herzlichen Dank!

Frau Sabine Spies übernahm das Kapitel Ernährung und Bewegung. Sie verstand es sehr gut, Ernährung und Bewegung zu kombinieren. Es machte uns allen riesigen Spaß, sich während des Gehens zu begrüßen und sich dabei vorzustellen. So lernte man spielerisch, dass man Bewegung auch sinnvoll nutzen kann. Sie zeigte uns, was der Diabetes mit uns macht, wenn man geht und dabei die „Zitrone richtig auspresst“.

Egal, ob wir drinnen oder draußen unseren Sport machten, es machte Spaß und im Anschluss wurden wieder die Zuckerwerte ermittelt. Erstaunt sahen wir, dass die kleinste Bewegung den Zucker verändert. Bei zwei Betroffenen folgte sofort eine Unterzuckerung, obwohl der Zuckerwert vor Beginn gemessen wurde und völlig im Normbereich war. Herr Dr. Kress und Frau Spies hatten alles im Griff und halfen den Betroffenen, indem sie ihnen Traubenzucker oder zuckerhaltige Getränke verabreichten. Danke, Sabine, es hat richtig Spaß gemacht.

Nachmittags folgte die Wassergymnastik mit einem externen Therapeuten vom Hause. Alle waren in ihren weißen Bademänteln pünktlich erschienen.  Gemeinsam füllten wir das Becken und waren gespannt, was jetzt kommen würde. Langsam ging es los. Dann folgten rhythmische Bewegungen mit Hanteln und Wassernudeln, die im Wasser um ein vielfaches schwerer waren. Nach der halben Stunde Wassergymnastik waren wir erst einmal kaputt und sehr, sehr müde. So mancher legte sich erst einmal hin, bevor wir zum Essen gingen.

Danke an den Therapeuten, danke an Herrn Silvio Neubauer, der uns den Therapeuten kostenlos zur Verfügung stellte.

Nun fehlte uns nur noch der psychologische Teil, oftmals ist das auch der trockenste Teil. Doch diesmal war alles ganz anders. Herr Dr. Peter Borchert referierte sehr spannend, eindrucksvoll, lebhaft und auch lustig. Alle hörten gespannt zu und so manches Mal hatten wir den Eindruck, er spricht von uns. Es sind fast immer die gleichen Verhaltensmuster, Ausreden die uns einfallen, wenn wir dies oder jenes nicht machen wollen. Nur zu sagen, ich habe keine Zeit, ist zu wenig. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir uns ändern und an uns arbeiten. Nur wir selber entscheiden darüber, was wir zulassen oder nicht. Eine Betroffene sagte: „Ich merkte gar nicht, dass ein Psychologe zu uns sprach, er war wie einer von uns. Von Herrn Dr. Borchert würde ich mich auch therapieren lassen.“ Das war doch ein besonders großes Lob.

Danke, Herr Dr. Borchert!

Danke an meinen Mann. Er hat wieder großes geleistet. Alles war bestens vorbereitet.  Power-Point Präsentationen, Technik, Unterlagen, Reservierungen und der gesamte Ablauf waren bis ins kleinste Detail geplant und alles verlief ohne Pannen. Er hat in der Vorbereitung an alles gedacht und dafür gesorgt, dass wir auch eine perfekte Dokumentation über die drei Tage haben, die er in sorgfältiger Kleinarbeit aufarbeitet.

Danke an Herrn Silvio Neubauer, Direktor vom Bäder Park Hotel und seinem Team. Es waren drei tolle Tage in ihrem Hause. Alles war perfekt. Das Essen schmeckte vorzüglich, wir hatten großartige Tagungsräume und schöne Zimmer. Der Weinkeller im Q-Stadel und die Q-Alm waren die richtigen Orte, um die Tage in einer gemütlichen Atmosphäre ausklingen zu lassen. Vielen, vielen Dank.

Meine Aufgabe war es, die Idee umzusetzen, nach Referenten zu suchen und durch die Schulung zu führen.

Danke an alle Teilnehmer, es war schön mit Euch. Ihr habt alle toll mitgemacht.

Rückblick aus der Sicht von TEB e. V.:
Von vielen bekamen wir ein großes Lob. Für einige waren das pünktliche Erscheinen, der sehr straffe, zeitliche Ablauf, die vielfältigen unterschiedlichen Aktivitäten (Vorträge, Sport und persönlicher Austausch) ungewohnt und stressig. Eine Schulung ist kein Ausflug! Die KKH-Krankenkasse unterstützte das Projekt „Diabestes Typ 3 c“, dass Betroffene und Angehörige lernen, mit ihrem Diabetes besser umzugehen und dadurch auch Kosten gespart werden können. Und wir versuchen mit den sehr eng gehaltenen finanziellen Möglichkeiten, ihnen so viel wie möglich zu bieten. Wir sind stolz darauf, dass uns das gelungen ist.

Zitat eines Betroffenen 14 Tage nach der Schulung:
„Seit 32 Jahren bin ich 3 c -Diabetiker. Noch nie erhielt ich eine Schulung, habe mir alles selbst mehr schlecht als recht beigebracht. Heute weiß ich, dass vieles, was ich gemacht habe, total falsch war. Seit der Schulung messe ich mit dem Langzeit Blutzuckermessgerät (FGM). Das erspart mir das viele Stechen, und was am verwunderlichsten für mich ist, ich brauche seither ein Drittel weniger Insulin.“

Katharina Stang

 
 

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