14. Ärzte- und Patientenseminar am 24.04.2021

Aerzte_Patientenseminar_image6.png

Ganz im Zeichen von Corona haben wir zum diesjährigen 14. Ärzte- und Patientenseminar eingeladen. Und wie kann es auch anders sein – natürlich online, und somit in dieser Form für uns alle quasi eine Premiere!

Pünktlich um 14:00 Uhr starteten wir.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Katharina Stang und Herrn Professor Stefan Riedl, in seiner Funktion als Ärztlicher Leiter von TEB e. V., begannen wir mit dem ersten Vortrag von Herrn Professor Benno Stinner mit dem Thema: „Nicht jeder Tumor ist gleich - Unterschiede der Tumore der Bauchspeicheldrüse in Therapie und Prognose“.

Ein hochinteressanter und sehr verständlicher Vortrag, in dem klar zum Ausdruck kam, dass jeder Tumor individuell ist und auch so behandelt werden muss. Es war sehr aufschlussreich zu erfahren, dass nicht jeder Tumor bösartig ist und dass man heute gute Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten hat.

Noch immer ist und bleibt, wenn die Möglichkeit besteht, eine Operation als die beste und sicherste Option. Auch hier hat sich in der Chirurgie enorm viel verändert. Bauchspeicheldrüsenoperationen werden heute in einer wesentlich kürzeren Zeit durchgeführt und sie sind sicherer geworden. Auch der Aufenthalt im Krankenhaus hat sich in Bezug auf Kostaufbau und Liegezeiten verändert.

Herrn Professor Stinner gelang es, klar, deutlich und den Laien verständlich zu erklären, worauf man achten und was getan werden muss, wenn die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gestellt wird.

Ganz gleich, ob man sich einer Operation, Chemo oder anderen Behandlungen unterziehen muss, - es ist unabdingbar, sich mit seinem behandelnden Arzt intensiv und ohne Zeitdruck auseinanderzusetzen. Je besser der Betroffene versteht, um was es geht, umso besser kann er die Operation und auch die notwendigen Therapien und Behandlungen verkraften und sie verlaufen in der Regel besser.

Es folgte der Vortrag von Herrn Professor Wolfram G. Zoller mit dem Thema: „Mehr Schaden durch mehr Nutzen? Neue Chemotherapien mit ihren Chancen und Nebenwirkungen“.

Was mir an diesem Vortrag sofort und auch nachhaltig in Erinnerung blieb, war die Aussage: „Lebensqualität steht über allem“. Genau das ist es, was wir von TEB e. V. allen unseren Betroffenen vermitteln wollen. Sehr eindeutig und klar hat Herr Professor Zoller die unterschiedlichen Chemotherapien, ihre Wirksamkeit und auch die Nebenwirkungen erläutert. Dabei konnte man erkennen, dass sich auch hier viel getan hat und sich dank der Behandlung mit Chemotherapien die Lebenszeit deutlich verlängern kann bei gleichzeitigem Erhalt von Lebensqualität.

Auch wurden uns die neuen Entwicklungen der Immun- und Gentherapie vorgestellt. Besonders wurde darauf hingewiesen, dass man hier spezielle Untersuchungen vornehmen muss, um festzustellen, dass man für diese Behandlung auch geeignet ist. Untersuchungen, um festzustellen, ob z.B. das BCRA1 oder BCRA2 vorhanden ist, sind teuer und müssen von der Kasse genehmigt werden.

Was dieser Vortrag eindeutig zum Ausdruck brachte, war die Tatsache, dass Chemos wichtig und sinnvoll sind und das Leben deutlich verlängern können. Auch hier bewahrheitet sich der Satz: „Die Chemo ist nicht Dein Feind, sondern Dein Verbündeter“.

Der dritte und letzte Vortrag war von Herrn Professor Josef Beuth mit dem Thema: „Körper und Seele im Gleichgewicht“.

Neben der Medizin gibt es viele Dinge, die man selber tun kann, um sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun und dadurch im Gleichgewicht zu halten.

Körper und Seele gehören zusammen! Gutes Essen, auch das Glas Wein oder das Glas Bier, Bewegung, Sport, wie z.B. Tanzen, Musizieren, Trommeln sollten in unserem Alltag nicht fehlen. Eine gute Kommunikation, ein emphatisches Miteinander, liebevolle Berührungen und auch Gruppentreffen bei TEB e. V. dienen dazu, dass wir Freude am Leben verspüren.

Lebensfreude, Humor, Verständnis, Essen, Trinken, Spaziergänge, Bewegung, Sport und die soziale Gemeinschaft sind das Fundament, auf dem wir unsere Lebenssituation aufbauen und verbessern können.

Freude, Lebensmut, Kraft und Zuversicht geben uns Kraft, die Krankheit besser zu verkraften.

Nicht nur kranke Menschen müssen auf ihren Körper und ihre Seele achten, sondern auch gesunde! Deshalb sollte man mehr lachen als weinen, obwohl beides seine Berechtigung hat.

Nach jedem Vortrag folgte eine Zeit der Diskussion für Fragen.

Herr Professor Riedl übernahm von Beginn an die medizinische Leitung dieser Veranstaltung und jeder der Teilnehmer hatte das gute Gefühl, hier saßen Professoren zum Anfassen.

Er verlieh der Veranstaltung Ruhe und Gelassenheit, auch bei Nachfragen und Nachhaken. Er war das Salz in der Suppe!

Danke an alle Referenten! Jeder war auf seine Art spitze! Alle waren einfühlsam, fachlich hochmotiviert und hielten ihre Vorträge sehr klar und verständlich. Es schien als hätten sie die Zeit vergessen und blieben bis zum Schluss.

Danke an alle, die sich an diesem Nachmittag zugeschaltet hatten und damit TEB e.V., den Referenten und mir ihre Wertschätzung zum Ausdruck brachten.

Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung und meist werden die Weichen für die nächste Veranstaltung gestellt. Dabei berücksichtigen wir auch das Interesse und den Informationsbedarf unserer Mitglieder. Uns stellt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Frage, sind unsere Mitglieder übersättigt und ist der Bedarf an solchen hochwertigen Veranstaltungen gedeckt?

Dennoch war die rege Teilnehme für uns Bestätigung, dass es wichtig und richtig war, das Seminar, wenn auch via Bildschirm und nicht wie sonst in der Musikhalle Ludwigsburg, abzuhalten.

Rückmeldungen zeigten uns, wie sehr gerade das inhaltliche Niveau der Vorträge große Anerkennung fand. Dieses Lob geben wir gerne an unsere Referenten weiter!

Großer Dank gebührt an dieser Stelle meinem Mann, der in bewährter Weise dafür gesorgt hat, dass die Technik reibungslos funktionierte, für An- und Aufbau zuständig war und in erster Linie für mich eine unverzichtbare Unterstützung!

Abschließend erfolgte die Übergabe des Vorsitzes unseres Wissenschaftlichen Beirats. Wir bedankten uns ganz herzlich bei Herrn Professor Stefan Riedl, der dieses Amt innehatte, für die sehr gute und einvernehmliche Zusammenarbeit.

Danke an Herrn Professor Wolfram G. Zoller, der das Amt in gewohntem Rhythmus für ein Jahr übernimmt und uns damit seine Verbundenheit mit TEB e. V. zeigt.

Leider konnte mir Herr Professor Stefan Riedl nicht wie bei den Präsenzveranstaltungen einen Blumenstrauß überreichen. Trotzdem bekam ich von ihm einen „virtuellen“ Blumenstrauß, der statt aus Blumen aus Worten, einem ganz großen DANKE bestand! Selbstverständlich habe ich mich sehr darüber gefreut und auch von den anderen Referenten und Teilnehmern bekam ich ein persönliches Dankeschön für mein Engagement und Moderation.

Wir alle verabschiedeten uns zuversichtlich mit dem Wunsch auf ein Wiedersehen beim 15. Ärzte- und Patientenseminar 2022 vor Ort in der Musikhalle Ludwigsburg!

Selbstverständlich wurde die komplette Veranstaltung aufgezeichnet und jeder, der daran teilgenommen hat, kann diese bei uns anfordern.

Katharina Stang