Besuch am Krankenbett

Seit langen wissen wir von unserem Gruppenmitglied, dass es ihm nicht gut geht. Immer wieder besuchten verschiedene Gruppenmitglieder aus der Regionalgruppe Lauter-Fils unseren Hans. Seine Frau Hannelore und auch er freuten sich immer, wenn einer bei ihnen vorbeischaute und sich nach ihnen erkundigte. So wussten sie, dass wir sie beide nicht vergessen haben oder vergessen werden.

Auch ich als Vorsitzende habe ihn zusammen mit Monika besucht. Es war ein schöner, einprägsamer und emotionaler Nachmittag. Es war einfach nur schön zu sehen, wie sich unser Hans über den Besuch freute und er, obwohl es ihm nicht 100prozentig gut ging, gemeinsam mit uns Kaffee trank und ein Stück selbstgebackenen Kuchen aß.

Leider, und das ist für mich auch eine schwere Bürde, ging sein Wunsch, wieder einigermaßen fit zu werden, so drückte er sich aus, nicht in Erfüllung. Diese schwere Erkrankung kennt kein Erbarmen und auch bei Hans hat sich der Zustand gravierend verschlechtert.

So entschied ich mich kurzfristig, eine Rundfahrt zu machen, um alle unsere Kranken im gleichen Gebiet zu besuchen. Drei Besuche hatten wir an diesem Tag geplant, doch leider war das Schicksal schneller, und es wurden nur noch zwei Besuche.

Freudig wurden wir bei unserem ersten Krankenbesuch empfangen, ja man wartete bereits auf uns. Der Kaffeetisch war gedeckt und ich brauchte nur auf den Knopf zu drücken und wir konnten Kaffee und Kuchen genießen.

Die Besuchte hatte uns beziehungsweise mir sehr viel zu erzählen. Ich spürte, es geht ihr nicht gut und die Angst vor der Zukunft machte ihr zu schaffen. Auf viele Fragen, Ängste, Nöte kann und konnte ich nicht antworten, es kommt meistens anders als man denkt oder gar sagt. Trotzdem haben Klaus und ich versucht, Mut, Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln und ihr für einige Stunden Ablenkung zu verschaffen.

Leider mussten wir nach einiger Zeit gehen. Wir machten uns zu unserem nächsten Besuch auf, der zwar auf der Strecke lag, aber es waren doch einige Kilometer dazwischen.

Dann war es soweit, wir öffneten die Tür zur Palliativstation, in der unser Hans lag. Schon beim Eintreten ins Zimmer wurden wir von Hans, Hannelore und seiner Tochter freundlich begrüßt,. Sie alle freuten sich über unseren Besuch.

Besuch_am_Krankenbett.jpgSofort überließ man mir den Platz am Bett von Hans. Wir hatten uns einiges zu erzählen. Wir sprachen über dies und das und über das Leben außerhalb des Krankenhauses, z. B. Wie geht es der Gruppe? Wann ist der Ausflug? Wie kommt es, dass Du gerade heute kommst?

Ehrlich und offen sprachen wir auch über die nächste Station, die Unterbringung in einem Hospiz. Ja, es tat weh und trotzdem ist es ein Segen, dass es so etwas gibt. Der Betroffene und auch die Angehörigen werden auf wunderbare Weise entlastet und man spürt in diesen Häusern sehr viel Menschlichkeit.

Als ich so am Bett saß, sprachen wir auch über die Gruppe und dieses Projekt. Plötzlich sagte Hans: "... macht ein paar Bilder von mir und Katharina, setzt sie auf die Titelseite des neuen Magazins ...", dass er sehr gut fand. "Jeder soll sehen, dass wir Kranke Katharina und TEB dringend brauchen. Vielleicht verstehen die Menschen draußen, dass wir dringend Geld von der Deutschen Krebshilfe bräuchten. Schade, ich kann nicht mehr für Euch kämpfen. Ich hoffe nur, dass diejenigen, die diese Entscheidung, uns nichts zu geben, getroffen haben, nie diese schwere Erkrankung bekommen."

Lange habe ich mir überlegt, was will Hans mit diesen Bildern sagen oder erreichen. Heute bin ich mir sicher, er wollte ein Zeichen setzen. In welche Richtung bleibt sein Geheimnis.

Seine Tochter setzte seinen Wunsch um und schickte mir die Bilder zur Veröffentlichung zu. Ich versuche in diesem kleinen Bericht all das rüber zubringen, was den Betroffenen, seine Angehörigen, aber auch mich und Klaus sehr bewegten. Unser Hans war an diesem Tag wie immer freundlich, offen, nicht klagend und er machte auch kein Hehl daraus, dass ich, die Gruppen und TEB e. V.  ihm sehr geholfen haben. Er fühlte sich bei uns getragen und gut aufgehoben. Ja, er meinte, wenn Katharina, die Gruppe und TEB e.- V. nicht gewesen wären, wäre vieles schlechter gelaufen.

Leider ist unser Hans am 18 Juli verstorben, was der Gruppe Lauter-Fils und besonders mir sehr, sehr leid tut. Nach Rücksprache mit seiner Tochter sollen wir diesen Bericht veröffentlichen mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass sein Wunsch, dass die Deutsche Krebshilfe TEB e. V.  unterstützt, bisher nicht in Erfüllung gegangen ist. Ihm wäre es sehr wichtig gewesen, dass auch TEB e. V. Gelder bekommt, um sich den Betroffenen und deren Angehörigen anzunehmen und um den hohen Standard der Hilfe, wie er selbst es erfahren hat, fortzuführen.

Katharina Stang



Reaktion auf diesen Bericht

Zum Bericht über den Besuch von Katharina Stang bei Hans
Einen Bericht über einen Besuch am Krankenbett konnte man schon oft auf der Homepage und ganz neu auch im Magazin lesen. Aber meines Wissens nach gab es noch nie einen Bericht mit Foto. Hans hatte sich das so gewünscht.

Man könnte sich jetzt fragen, geht das zu weit, einen Schwerstkranken abzulichten und das Bild zu veröffentlichen? Nein - falsche Frage - wieso wollte Hans das? Wollte er ein Zeichen setzen? Wir wissen alle, dass für an Bauchspeicheldrüsenkrebs Erkrankte das Zeitfenster meist sehr knapp bemessen ist. Sie werden sehr oft als austherapiert mit all ihren Ängsten und Nöten allein gelassen. Auch in dieser Situation kann TEB-Selbsthilfe stützen und helfen und tut es auch!
Dies geschieht in den Gruppen, auf zwischenmenschlicher, freundschaftlicher Ebene der Gruppenmitglieder untereinander. Und es erfolgt weiter vor allem durch Katharina Stang, die unermüdlich unterwegs ist, um sich dort, wo Hilfe benötigt wird, mit all ihrer Kraft, ihrem Netzwerk für den Betroffenen aber auch für die Angehörigen einzusetzen.

Hans hat diese Hilfe und Fürsorge erfahren. Und sein erneuter Wunsch bei diesem letzten Besuch war es, dass die Deutsche Krebshilfe endlich den Einsatz von TEB e. V.: Selbsthilfe für die Betroffenen und ihre Angehörigen wahrnimmt, anerkennt und auch finanziell unterstützt.

Ich verstehe diesen Wunsch von Hans, den er in seiner letzten Lebenszeit äußerte, als Appell an die Deutsche Krebshilfe, sich endlich zu bewegen und auch wie anderen Vereinen TEB e.V. zu helfen.

Hans hat uns kurze Zeit nach diesem Besuch für immer verlassen. Wir vermissen ihn sehr.

Monika

 

 
 

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