Corona - eine Herkulesaufgabe

Jetzt leben wir bereits ein Jahr mit dem Coronavirus, den damit verbundenen Schwierigkeiten und den daraus resultierenden Herausforderungen. Die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen müssen ohne Wenn und Aber umgesetzt werden, was uns öfters an den Rand des Machbaren bringt.
Das Coronavirus hat uns gezwungen, unsere Aufgaben, Ziele, Veranstaltungen, Benefizkonzerte, Sprechzeiten in den Kliniken, Besuchsdienste sowie Beratungen neu zu planen und zu organisieren, was mit einem erheblichen Aufwand versehen ist.
Am Anfang der Pandemie dachte keiner, auch ich nicht, was alles an zusätzlichen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Problemen im Laufe der Zeit auf uns zukommen und welche Ausmaße diese Pandemie erreichen wird.
Alles was die ehrenamtliche Arbeit der Selbsthilfe auszeichnet, war mit einem Schlag weg und wir standen mit unseren Sorgen und Nöten alleine dar. Hilfe und Unterstützung von Seiten der Politik oder der Stadt gab es nicht.
Oftmals hatte ich das Gefühl, dass man die Selbsthilfe vergessen hat, obwohl wir eine wichtige und sinnvolle Arbeit zum Wohle der Betroffenen und unserem sozialen Staate leisten.
Wer fängt die Betroffenen und ihre Angehörigen auf, wenn es die Selbsthilfe nicht gäbe? Wohin können sich schwerstkranke in ihrer Not außerhalb der Geschäftszeiten wenden, wenn Beratungsstellen, Organisa- tionen und Krankenkassen geschlossen sind?
Selbsthilfe ist in Zeiten von Corona wichtiger denn je! Selbsthilfe deckt menschlich, fachlich und psychisch vieles ab und ist fast immer zu er-  reichen.

Ein Jahr später!

Die Lage hat sich seit Beginn der Pandemie nicht verbessert, sondern in vielerlei Hinsicht verschlechtert. Es kamen zusätzliche Maßnahmen und Änderungen, die uns zwangen, total umzudenken und umzuplanen.
Vieles hat sich seit Corona zwangsläufig verändert: persönliche Beratungen, Sprechstunden in den Kliniken, Gruppentreffen, Krankenbesuche, Veranstaltungen, Schulungen, Benefizkonzerte und Jahrestreffen fielen weg. Betroffene und ihren Angehörigen fehlt eine gut funktionierende Anlaufstelle, der persönliche und individuelle Austausch sowohl in den Beratungen als auch in den Gruppentreffen.
Das ist nicht nur bei TEB e. V. so, sondern auch bei anderen Gruppen und vor allem auch in den Krebsberatungsstellen. Corona hat jeden kalt erwischt.

Was haben wir getan?

Die Landes- und Bundesgeschäftsstelle setzte die erforderlichen Hygienemaßnahmen und die Abstandshaltung, die bis zum 21. Januar 2021 galten, um und nur deshalb konnten unsere Mitarbeiter ohne Einschränkungen ihren Arbeitsplatz erhalten.
Jetzt ab dem 27. Januar kommen weitere gesetzliche Maßnahmen dazu, zum ersten Mal müssen wir die Arbeitszeiten unserer Mitarbeiter der jetzigen Situation anpassen. Ab sofort müssen unsere Mitarbeiter im Wechsel arbeiten, damit wir die gesetzlichen Auflagen erfüllen und unsere Geschäftsstelle nach wie in der gewohnten Weise geöffnet bleibt.


Was bieten wir an?

  • Persönliche Beratungen unter Hygienebedingungen und nach Absprache
  • Telefonische Beratungen innerhalb der Geschäftszeiten und nach Absprache
  • Beratungen über Zoom und Skype während der Geschäftszeiten
  • Gruppentreffen mit wechselnden Experten finden 14tägig online statt
  • Expertentelefon
  • TEB Magazin vierteljährlich 


Welche Leistungen wurden erbracht?

  • Beratungen persönlich wie telefonisch so hoch wie noch nie
  • 17 Online-Gruppen
  • 21 Expertentelefone
  • TEB Magazin Ausgaben 21-24
  • Erklärungsfilm Diabetes 3 c
  • Fragebogen zu Enzymen erstellt und versendet
  • Auswertung der Fragebögen
  • Trauergespräche
  • Teilnahme an Beerdigungen (wenn möglich und erwünscht)
  • Nachrufe

Was besonders auffällig war und ist, dass sich die telefonischen Beratungen enorm verlagert haben, das heißt, sie kommen verstärkt am Nachmittag oder abends sowie samstags, sonntags und feiertags vor.
Betroffene und Angehörige fühlen sich in diesen schweren Zeiten oftmals mit ihren Sorgen und Nöten allein. Zu ihren allgemeinen Sorgen, die Bauchspeicheldrüsenkrebs auslösen kann, kommen jetzt Einsamkeit, Isolation, Zukunfts- und Verlustangst dazu und diese schlagen sich auch in den Beratungen, die immer anspruchsvoller und auch umfangreicher werden, tagtäglich nieder.

Fazit
Das Jahr 2020 war für uns und insbesondere für mich sehr arbeits- und zeitintensiv und brachte mich sehr oft an die Grenzen des Machbaren und ging auch weit über das Ausmaß eines Ehrenamtes hinaus.
Ich bin dankbar, dass es uns gelungen ist, die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter zu erhalten und auch unseren Mitgliedern weiterhin ein adäquater Ansprechpartner geblieben zu sein.
Jeder, der bei uns Hilfe suchte, bekam sie auch, wir haben keinen alleine gelassen! Das spürten Mitglieder, Betroffene, Angehörige und auch viele Interessierte und zeigten uns ihre große Dankbarkeit, in dem sie uns mit Spenden oder Briefen großes Lob, Anerkennung und Wertschätzung zuteil werden ließen.
Wir sagen allen, die uns in dieser schwierigen und außergewöhnlichen Zeit unterstützt haben, danke!
Danke für Ihre Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit!
Hoffen wir, dass wir die Pandemie bald besiegen und wir alle wieder ein normales Leben leben können.

Katharina Stang