Erstes Gruppentreffen 2015 Regionalgruppe Lauter-Fils

am 07. Januar 2015

 

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Ich wurde heute von einer süßen Maus begrüßt. Sie sprang auf meinen Arm und drückte mich und immer wieder gab es Küsschen zur Begrüßung. Eine Vierjährige, deren Mama in der Gruppe immer wieder Hilfe fand, drückte mir gegenüber damit das Gefühl aus: Sie sagt danke, dass es meine Mama noch gibt. Mehr darüber später!

Pünktlich starteten wir in das neue Jahr. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung aller Mitglieder untereinander und den besten Wünschen fürs neue Jahr konnten wir mit der Gruppenarbeit beginnen.

Beim Blick in die Runde stellten wir fest, dass die Gruppe sehr, sehr gut besucht ist und dass sich auch Neue eingefunden haben. Ja, ich hatte Sorge, dass die vorgegebene Zeit der Gruppensitzung nicht ausreicht, um allen gerecht werden zu können.

Herr Kistenfeger, der Gruppenleiter der Regionalgruppe Lauter-Fils, hatte mich bereits im Dezember 2014 gebeten, dass ich an der Gruppe teilnehmen sollte, da es ihm im Moment gesundheitlich nicht gut gehe und er sich sicherer fühlt, wenn ich dabei bin. Für mich ist selbstverständlich, dass ich seiner Bitte nachgekommen bin.

Aus Erfahrung weiß ich, dass eine Gruppe mit diesem schweren Krankheitsbild sehr schwer zu leiten ist. Die vielen negativen Botschaften, das Leid, die Sorgen und Nöte der Gruppenmitglieder gehen an einem Gruppenleiter nicht spurlos vorbei.

Herr Kistenfeger begrüßte die Gruppe und berichtete, was es bis heute Neues gab. Dabei berichtete er über seine Krankenbesuche, die er absolviert hat und übermittelte auch Grüße von erkrankten Mitgliedern. Schon hier spürte man, wie dies sowohl für den Gruppenleiter wie auch für die Anwesenden sehr belastend und traurig war.

Das war der Zeitpunkt für mich, einzuschreiten und zu versuchen, die Gruppe wieder nach vorne schauen zu lassen. Kurz sprachen wir darüber, dass unsere Gruppe eines der schwersten Krankheitsbilder hat und wir immer und überall mit dem Tode konfrontiert sind. Doch ich verwies auch darauf, wieviel Positives und Schönes wir gemeinsam in der Gruppe erleben. So lenkte ich das Gespräch auf schöne Erinnerungen wie z. B. Besuche, Referate, Ausflüge, Weihnachtsfeiern usw. Sofort erhellten sich die Gesichter, es wurde gelacht und erzählt und so manche Begebenheit von mir wurde zum Besten gegeben.

Nun brauchte ich einen Übergang. Jeder der Teilnehmer sollte zu Wort kommen und den Neuen wollte ich genügend Raum und Zeit geben, um sich einzubringen. Mir erschien selbst eine kurze Vorstellungsrunde nicht angemessen, es wäre zu viel Zeit auf der Strecke geblieben.

Ich hatte mir bereits im Vorfeld überlegt, dass ich heute das Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs mit seinen daraus entstehenden Empfindungen, die bereits bei der Diagnosestellung eintreten, zu behandeln. Alle gemeinsam überlegten, was das Wort Bauchspeicheldrüsenkrebs auslöst.

Alle machten mit, jeder hatte seine eigene Bewertung oder Ansicht. Ich spürte, dass macht der Gruppe Spaß, sie bewegten etwas und sie sahen, dass sie als Gruppe sehr wichtig sind. Eine lebendige Gruppe hängt von der Person, die sie führt und vor allem von den Teilnehmern selbst, ab. Eine Gruppe, die langweilig, einseitig oder gar sich selbst überlassen wird, ist eine tote Gruppe. Mit meiner Idee habe ich genau den richtigen Nerv getroffen. Jetzt konnte ich es wagen und ich traute es der Gruppe zu, dass sie jetzt wieder bereit war, um zuzuhören und das Gesagte aufzunehmen.

Nun lenkte ich mein Augenmerk auf die neuen Teilnehmer. Behutsam fragte ich: "... wollen Sie sich einbringen oder wollen Sie lieber noch warten?"  "Nein, ich möchte gern sprechen, dafür bin ich da ..." erhielt ich als Antwort. Leise schilderten sie ihre Diagnose und wie es ihnen im Moment geht. Das Sprechen fiel ihr sehr schwer. Ich bin doch noch jung und ich habe ein kleines Kind, wie soll das weiter gehen? Alle saßen da und hörten ruhig zu, man spürte - jeder überlegte, was können wir hier tun. Frau … sprach weiter und plötzlich brach es aus ihr heraus. Ich glaube, sie konnte seit Tagen das erste Mal weinen, ohne dass sie Angst hatte, dass sie ihre Familie damit belastet. Es ist immer schwer, so etwas in der Gruppe auszuhalten, doch die TEB-Familie kann das. Ich ließ ihr die Zeit, ihre Traurigkeit auszuleben. Als sei sich ein wenig beruhigt hatte, ging ich zu ihr hin, gab ihr meine Hand und sagte: "Nehmen Sie sich Kraft von mir. " Plötzlich gaben sich alle Gruppenmitglieder die Hand und alle spendeten Kraft. Sichtlich gerührt. So etwas hatte die Gruppe und die junge Frau noch nicht erlebt.

In diesem Moment war ich mächtig stolz auf diese wunderbare Gruppe. Sie sind für jeden ein Halt. Kranke können sich geborgen fühlen, Traurige werden aufgeheitert, Sorgen werden mitgetragen und jeder ist für den anderen da. DANKE!

Jetzt war es Zeit, dass wir uns ein wenig Ruhe gönnten. Deshalb machten wir eine Kaffeepause. Selbstgebackenen Kuchen, Plätzchen und Kaffee wurden  gereicht. Es war wirklich eine Wohltat.

Nach der Pause ging es weiter: Einer der Gruppenmitglieder sagte: "... heute geht es sehr emotional zu. Du machst heute die Gruppe sehr gut." War das ein tolles Lob!

Nun widmete ich mich unserer A. zu. Sie ist unser jüngstes Gruppenmitglied und Mamma einer vierjährigen Tochter. Sie ist schon lange bei uns. Bruno Kistenfeger und ich können mit Stolz sagen, wir haben sie bis heute getragen, gehegt und gepflegt. Leider geht es ihr immer wieder sehr schlecht und die Erkrankung macht ihr sehr zu schaffen. Doch heute hatte sie Fragen, die auch ich nicht eindeutig beantworten konnte. Ich werde mich bei dem Ärztlichen Beirat der TEB e. V. Selbsthilfe erkundigen und die fachliche Antwort an sie weiterleiten.

Zum Schluss wollte ich dann von den Gruppenmitgliedern wissen: "Was kann ich verbessern, was soll ich ändern, was für Wünsche habt ihr, gibt es Verbesserungen oder Kritik?" Wieder war die Gruppe gefragt und sie waren gefordert, aktiv mitzuarbeiten.
"Kritik gibt es keine und wenn, würden wir das nicht vor der Gruppe machen, sondern alleine mit Dir. Aber es gibt keine."  Was für ein Lob von einem Gruppenmitglied, der sagt, was er denkt.

Verbesserungen? Auch hier wird die Gruppensitzung immer individuell gestaltet, das ist gut so.

Wünsche wurden geäußert, dass der eine oder andere Referent zu spezifischen Themen eingeladen werden sollte. Das werde ich sehr bald in die Tat umsetzen.

Dann wurde gefragt, können wir nicht einmal jemanden einladen, der Gymnastik macht? O ja, das wäre gut! Ganz verschmitzt sagte unser H... Wenn ihr jemanden braucht als Vortrainer, haben wir doch hier unser U. Er zeigte auf sein gegenüber. Ja, das kann ich schon machen. So etwas braucht man mir nicht zweimal sagen. Sofort wurde das in die Tat umgesetzt und es machte allen Spaß. U... hat das wirklich super gemacht! In Zukunft beginnen und beenden wir so unsere Gruppenstunde. Wie schon im Bericht aufgeführt, es wird immer gelästert. Unser W…. meldete sich und meinte: "Wir bei TEB e. V. haben eine Musik-, Tanz-, Koch- und Wandergruppe und jetzt auch noch eine Gymnastikgruppe, was wollen wir noch mehr?"

Ich übergab das Wort an Herr Kistenfeger, der auch heute sehr gelobt wurde. Alle haben ihn ins Herz geschlossen. Er bedankte sich nochmals und das Sprechen fiel ihm schwer. "Ohne Katharina könnte ich es nicht, es geht nicht mehr so." 
Das macht nichts, war der allgemeine Tenor, ohne Dich geht es auch nicht und wir brauchen Dich. Du machst das, was Du kannst und Katharina und wir helfen Dir, wo wir können.
Ja, lieber Bruno, so kann es nur besser werden und denke bitte daran, wir lieben und schätzen Dich!

Katharina Stang

 
 

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