Fachtagung Selbsthilfe 2020 – Wege zur Zukunftssicherung der Selbsthilfe

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Bericht über die Fachtagung "Selbsthilfe 2020 – Wege zur Zukunftssicherung der Selbsthilfe" des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg
am 05.07.2013 in Stuttgart.

An der Fachtagung "Selbsthilfe 2020 – Wege zur Zukunftssicherung der Selbsthilfe" am 05.07.2013 habe ich für TEB e. V. Selbsthilfe in Vertretung von Katharina Stang teilgenommen. Die Tagung selbst war in zwei Teile gegliedert. Während sich der Vormittag auf mehrere Vorträge zum Thema konzentrierte, war der Nachmittag für Workshops vorgesehen.

Die Veranstaltung selbst war sehr gut besucht. Frau Bender MdB wies in ihrer Begrüßung auf die gestiegene Bedeutung der Selbsthilfe als einer wichtigen Säule im Gesundheitswesen und eines Akteurs der Gestaltung, z. B. durch die Beteiligung bei der Zertifizierung, hin, sprach aber zugleich auch die kritischen Punkte wie die Konsumentenhaltung von Betroffenen und das Nachwuchsproblem an. Dies wurde dann von Herrn Hofmann in seiner Einführung vertieft. Dabei verwies er zunächst auf den Nutzen der Selbsthilfe im Gesundheitswesen durch eine gute Compliance und die Übernahme von Aufgaben in der Versorgungskette. Nicht verschwiegen wurden aber die Veränderungen in der Selbsthilfe selbst, wie Konsumverhalten von Betroffenen, der Einfluß der neuen Medien und die zunehmende Bürokratie.

Detailliert beschrieben wurden die Probleme der Selbsthilfe wie Nachwuchsgewinnung, der Umgang miteinander, persönliche Streitigkeiten und fehlende Teamarbeit.

Das nachfolgende Impulsreferat von Frau Kirchner konzentrierte sich dann auf die verschiedenen Anforderungen an die Selbsthilfe auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit. Dabei nahm die Referentin zunächst Bezug auf den Ist-Zustand auf den verschiedenen Ebenen von der Regionalgruppe bis zum Bundesverband. Hier sah sie die Krise als den Normalzustand.

Detailliert erfolgte die Darstellung der Gruppe mit Personenorientierung, Verbundenheit, Harmonie und einem vorsichtigen Pragmatismus. Bei der Frage nach der Zukunftsfähigkeit wurden die Gesichtspunkte Management, Koordination und zielorientierte Führung angesprochen sowie die Perspektiven und die Frage einer Professionalisierung.

Danach hielt Herr Greiwe ein sehr erfrischendes und kritisch hinterfragendes Referat zum Thema, wie man den Generationswechsel in der Selbsthilfe als Chance nutzen kann. Die konkrete Ausgangslage wurde von Herrn Greiwe recht zugespitzt geschildert: mangelnde Attraktivität, Überalterung, nachlassende Aktivitäten, Nachfolgeprobleme und oft auch Bequemlichkeit.

Dargestellt wurde auch die Konkurrenz der Selbsthilfe zum Internet, Stagnationen und der oft beträchtliche Unterschied zwischen der Außendarstellung der Selbsthilfe und der regionalen Realität. In den Raum gestellt wurde die Frage, ob sich Selbsthilfe als moderne Dienstleistung wie ein ADAC entwickelt. Gegenüber dem Begriff Selbsthilfe schien der Referent den Begriff Selbstsorge zu bevorzugen, da er den Schwerpunkt örtlicher Gruppen in dem Miteinander, dem Gespräch, der persönlichen Verbundenheit und der Aufgabe sah, Menschen an die Hand zu nehmen.

Der letzte Referent, Herr Lesehr, gab dann noch eine ergänzende Schilderung aus der speziellen Sicht der Suchtselbsthilfe, wobei er appellierte, die Krise nicht nur als Problem, sondern auch als Chance zu sehen, was aber auch eine bestimmte Wandlungsfähigkeit der Organisationen voraussetzt.

Nach der Mittagspause mit einem ausgiebigen Essen wurde die Gesamtzahl der Teilnehmer auf drei Workshops aufgeteilt, wobei ich am Workshop "Selbsthilfe 2020 - hat sie bald ausgedient oder wird sie wichtiger denn je?" teilnahm. In einer einführenden Darstellung wurden nochmals die wichtigsten Gesichtspunkte des Vormittags wiederholt: zeitgemäß, Professionalisierung, Medienarbeit, Individualität, Führungsstil, Erfahrungswissen und das persönliche Erleben der Beteiligten. Innerhalb einer Standortbestimmung sollten dann die anwesenden Vertreter der Selbsthilfe Stärken und Schwächen der Selbsthilfe darstellen. Erstaunlich dabei war, dass die meisten nur viele Stärken, aber fast keine Schwächen sehen. Man könnte fast annehmen, dass die Selbsthilfe überhaupt keine Probleme hätte.

In der nachfolgenden Diskussion, wobei die Vertreter der Selbsthilfe ihre Wünsche äußern sollten, wurden dann allerdings schon konkrete Forderungen vorgebracht: mehr Anerkennung, Unterstützung durch die Politik, zuviele Vorgaben im Verwaltungsbereich, mangelnde Vermittlung von Betroffenen durch die Ärzte an die Selbsthilfe und die Vernachlässigung der Betrachtung einer Krankheit als ganzheitliches Geschehen, insbesondere im psychosozialen Bereich. Während die Zielvorstellung auf Landesebene in der Professionalisierung bestehen dürfte, sollte der Schwerpunkt in den Regionalgruppen im wertvollen Austausch bestehen, weshalb auch das Internet nicht als Ersatz angesehen werden kann. Weitere kritische Punkte wie Ärzte als Multiplikator und die kurzen Liegezeiten im Krankenhaus, die eine Kontaktaufnahme schwierig gestalten, wurden ebenso wie eine dringliche Verbesserung der Pressearbeit angesprochen.

In einer abschließenden Zusammenfassung versammelten sich dann alle Teilnehmer wieder im Gruppenraum, wobei die einzelnen Workshops kurz über ihre Ergebnisse berichteten. Damit endete die Tagung, die man insgesamt als sehr informativ und interessant einschätzen muß.

Joachim Horcher

 
 

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