Fortsetzung Krankheit

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Herr L. schreibt:

Fortsetzung meiner Krankengeschichte, die ich am 7. August 2010 beendet hatte.

Ich muss feststellen, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Nachdem man im Klinikum ES den Port (Nov. 2010) gelegt hatte, begann auch dort die neue Therapie mit Folfiri- und Oxaliplatin. Nach vier Anwendungen und einer eingehenden Sonografie stellte man fest, dass der Tumor die Chemie nicht annimmt. So passte es gut ins Konzept, dass ich ab Ende Februar eine Pause einlegen und ich meine verordnete Reha-Maßnahme antreten konnte.

Am 01.03.2011 reiste ich also zu "Meiner Rehaklinik" nach Bad Homburg. Ich war voller positiver Erwartungen, aber die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. In der Eingangsuntersuchung legte man fest, was man mit mir überhaupt anfangen will. Ich hatte den Eindruck, ich passte nicht in so ein Schema wie die anderen Patienten. Es war ein Novum für die Klinik, einen Patienten zu haben, bei dem der Krebs noch vorhanden ist bzw. noch nicht operiert worden war. Die meisten Rehateilnehmer waren Frauen (ca. 65%) mit Brust- oder Unterleibskrebs, die hier zur Nachsorge waren. Auch waren viele "gestresste", d. h. Frauen mit psychosomatischen und psychischen Störungen, da. Mein festgelegtes Programm bestand also aus dem Besuch des kleinen Hallenbades, des Fitnessraumes, dem Anhören von Vorträgen über Krebs ganz allgemein und dem Mitmachen bei einem autogenen Training. Da mir dies nicht alles so passte und mich den Tag über ausfüllte, besuchte ich weiterführende Vorträge über Psychologie und ging viel in der frischen Luft spazieren, um zu mir selbst zu finden bzw. um Entscheidungen für mein weiteres Leben zu treffen.

Ausser etwas mehr Muskelmasse haben die drei Wochen Reha nicht viel gebracht. In den erhaltenen Entlasspapieren lobte sich die Klinik mit dem Personal über den grünen Klee. Vor allem, was man mit mir in Einzelgesprächen alles erreicht hätte. Nur, ich kann mich an diese Einzelgespräche überhaupt nicht erinnern, da sie nicht statt fanden. Ich war des Widerspruchs müde und habe das Schreiben abgeheftet.

Ende März ging die Chemotherapie weiter. Prof. Dr. G. hatte noch einen Pfeil im Köcher. Folfiri mit 5 FU. Wobei mir letzteres per Baxterpumpe über 24h zugeführt wurde. Ich fühlte mich eigentlich wie immer, nämlich gut. Keine der beschriebenen Nebenwirkungen trat bei mir auf und ich konnte weiß Gott froh sein, dass es so war.

Irgendwann, zwischen zwei Terminen in der Klinik, gab die onkologische Ambulanz mir meine Krankenakte zur Weitergabe an den nächsten Arzt. In der Wartezeit begann ich mal, zu blättern. Ich war mehr als erstaunt, als ich einen Brief des H. Dr. K aus W., gerichtet an Prof. Dr. G., fand, in dem mich Dr. K. als sehr schwierigen Patienten schilderte, der zu nichts bereit sei. Selbst einen Port lehne ich ab! Deshalb die orale Anwendung von Tarceva und die geplante Therapie mit Xeloda. Ich habe doch bei jeder Chemotherapie gesehen, dass es mit meinen Venen immer schlechter und ein Stechen fast unmöglich wurde. Der Port war also unumgänglich. So viel Frechheit und Dreistigkeit des Dr. K. aus W. machte mich unheimlich wütend, aber auch zugleich sehr traurig. Ich erlaubte mir, diesen Brief mitzunehmen. Zu Hause fertigte ich eine Gegendarstellung, die ich Dr. K. zukommen ließ. Dieser Brief wurde aktenkundig, indem ich ihn abheftete und die Schwestern informierte. Obwohl ich jedes Quartal meine Überweisung von Dr. K. aus W. hole, habe ich von ihm nie eine Antwort erhalten, geschweige denn eine schriftliche Stellungnahme bekommen, trotz der Androhung mit der Meldung an die kassenärztliche Vereinigung. Auch dies ist erwähnenswert: um die Überweisung auszustellen, braucht diese Praxis in W. ca. vier Wochen (Termin). Fazit: selbst als chronisch kranker Mensch ist man bei diesem Arzt nur Ballast, vor allem, wenn der Herr Doktor keine Win-Win Situation mehr hat!

Dies also nur so zwischendurch.

Nach der vierten Chemoanwendung wurde durch Ultraschall festgestellt, dass der Tumor sich nicht verändert hat. Das bedeutete also, auch diese Chemo half mir nichts mehr. Wiederum ein Gespräch mit Prof. Dr. G., selbstverständlich von Katharina Stang terminiert wie alle anderen Termine vorher auch. Wie schnell kommt man sonst an den Chef der onkologischen Abteilung? Das Ergebnis der Unterredung war, dass 5 FU erhöht wird und ich die Baxterpumpe jetzt eben 48h am Körper trage, was aber durchaus nichts Dramatisches ist.

Nach erneuter Sono am 19.05.2011 wurde eine Vergrößerung des Tumors um ca. 1cm festgestellt. Meine Schlussfolgerung hieraus: keine weitere Chemotherapie mehr. Diese Entscheidung wurde auch von der Tumorkonferenz im Klinikum mitgetragen, jedoch mit dem Hinweis, dass wir im Herbst wieder mit Gemcitabin mono einen Versuch starten wollen, in der Hoffnung, dass mein Körper dieses Gift doch noch mal annimmt.

Da ich jedoch nicht ganz schmerzfrei bin, bekomme ich MST 20 Morphin-Granulat, parallel dazu Novaminsulfon Tropfen und entsprechende Abführmittel. Die Einnahme von MST habe ich strikt befolgt, nur das Abführmittel habe ich öfter vergessen und dies mit einem eintägigen Klinikaufenthalt bereuen müssen mit der Erkenntnis: Morphin schließt der Darm ab! Und da ging bei mir fast eine Woche gar nichts mehr.

Zu guter Letzt will ich noch kurz folgendes schildern: Im Herbst 2010 entschlossen sich meine Frau und ich, mal die TEB-GRuppe Lauter/Fils in Göppingen zu besuchen. Ich war erstaunt über die offene und herzliche Aufnahme. Nach relativ kurzer Zeit fühlten wir uns, als wären wir schon immer dort gewesen.

Ich kann nur jedem empfehlen, egal ob Betroffener oder Angehöriger, die Einrichtungen der Gruppentreffen zu nutzen. Nirgendwo sonst kann man seine Fragen und Sorgen in so kurzer Zeit loswerden und sich über seine Krankheit auf den neuesten Stand bringen lassen. Nein, es wird viel gelacht und auch der eine oder andere Witz erzählt.

Ich hoffe, dass ich in einer weiteren Fortsetzung meiner Krankengeschichte mehr Positives berichten kann! Ich wünsche allen Lesern alles erdenklich Gute.

Der TEB und vor allem Frau Katharina Stang mit Team weiterhin viel Erfolg bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, aus der mittlerweile ein Fulltime-Job geworden ist.

Herr L.
den 06.06.2011

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