Genuss oder heilende Wirkung beim Teetrinken?

genuss1.jpgImmer wieder werde ich in persönlichen Beratungen, Gruppentreffen oder auch Online-Gruppen von Betroffenen oder deren Angehörigen darauf angesprochen, ob es Sinn macht, anstatt gleich Arznei einzunehmen, auch mal einen Heiltee zu trinken.
Hier lautet meine Antwort eindeutig ja, denn ich glaube an die heilende und aufbauende Wirkung der Kräuter, wie sie schon seit Anbeginn der Menschheit beschrieben wird.
Bereits unsere Vorfahren verwendeten allerlei Kräuter aus der Natur, um sie bei den verschiedensten Beschwerden einzusetzen und damit eine Verbesserung oder Linderung der Symptome zu erreichen. Denken wir z. B. an das bekannte Aspirin, dessen Wirkstoff Acetylsalicylsäure seit über hundert Jahren aus der Rinde des Weidenbaums gewonnen wird.
So kann ich mich an meine Großmutter erinnern, die mir jahrelang zum Spülen und Gurgeln warmen Salbeitee gab. Sie war der Meinung, das beugt Entzündungen im Mund- und Rachenraum vor. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, dass ich jemals Probleme mit Entzündungen im Mundbereich, besonders am Zahnfleisch, hatte.
Noch heute, viele Jahre später, verwende ich für so manche Beschwerden, wie z. B. bei einer Magenverstimmung, bei Schlafstörungen oder innerer Unruhe, zur Entwässerung Tee, bevor ich zu Medikamenten greife.
Auch sonst trinke ich gerne Tee in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und in seiner Vielfalt.

Teetrinken ist für mich ein Ritual
Bereits beim Kauf wechsle ich immer wieder zwischen den verschiedenen und vielfältigen Teesorten ab und versuche auch, die entsprechenden Tees so einzusetzen, dass sie mich z. B. am Abend nicht anregen, sondern den Stress des Tages abbauen.
Für die Zubereitung nehme ich fast immer losen Tee in einer guten Qualität, nur in Ausnahmefällen auch mal Teebeutel. Bei der Zubereitung achte ich darauf, dass er in einer eigenen Teekanne mit entsprechendem Siebeinsatz, gutem, (gefiltertem), richtig temperiertem Wasser und der Einhaltung der genauen Ziehzeit aufgebrüht wird.
Zum Teetrinken nehme ich mir Zeit und genieße diesen, indem ich den Tee aus einer dünnen Teetasse oder einem Teeglas trinke. Bei einigen Tees nehme ich zum Verfeinern des Geschmacks Milch, Sahne, Kandis oder Honig dazu. Eine gute Tasse Tee bedeutet für mich Zeit, Gemütlichkeit und Luxus pur!

Kann Tee bei Beschwerden helfen?
Sicher könnte man ganz viel über die Entstehung, Herkunft, Bedeutung, Vielfältigkeit und Rituale schreiben, und ganz sicher würde man dabei auf ganz viel Wissenswertes und Interessantes stoßen.
Mir geht es heute in diesem Artikel darum, Betroffenen und ihren Ange- hörigen aufzuzeigen, dass es durchaus Heiltees gibt, die eine unterstützende Wirkung auf unseren Körper haben und Beschwerden lindern können.
Da ich weder Arzt, Apotheker noch Heilpraktiker bin, sondern nur aus meiner jahrelangen eigenen Erfahrung sprechen kann, sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt sprechen. Er kann Ihnen sagen, ob es Sinn macht, Heiltees unterstützend einzusetzen.

Einsatz von Heiltees
Bei vielen Beschwerden, wie z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Entwässerung, Entzündungen, innerer Unruhe oder Schlafstörungen kann man durchaus auch einmal einen Heiltee einsetzen. Diese Tees unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften.
Ich selbst verwende verschiedene Tees, wie z. B. Brennnessel, Johanniskraut, Kamille, Lavendel, Melisse, Löwenzahn, Pfefferminz, Ringelblume, Salbei, Thymian und auch grünen Tee. Gerne mische ich die Sorten auch untereinander.
So hat mir eine Betroffene berichtet, dass sie jeden Abend einen Tee aus Pfefferminze, Kamille, Melisse, Fenchel, Anis, Kümmel und Ingwer mit kochendem Wasser überbrüht, ihn 7-10 Minuten ziehen lässt und dann genüsslich trinkt.
Die Verwendung von Heiltees wurde bereits von unseren Vorfahren zelebriert und immer wieder an die nächste Generation weitergegeben. Kräuter aus der Natur gehörten und gehören zu den ältesten Arzneiformen, waren und sind relativ kostengünstig zu bekommen.
Der passende Tee, die richtige Anwendung kann dem Körper helfen, wieder schnell gesund zu werden, ohne dass er die Symptome unterdrückt.
Betroffene mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse leiden unter einer Erkrankung oder einer vorübergehenden Störung, die oftmals das Verdauungs- system durcheinanderbringt. Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung können die Folgen sein.
So kann z. B. ein Tee aus Kümmel, Fenchel und Anis eine positive Wirkung auf unsere Verdauung haben, indem er die Verdauungssäfte bei Speisen mit einem hohen Fettanteil anregt und z. B. Blähungen entgegen wirkt.
Heute haben Heiltees leider nicht mehr die große Bedeutung, die sie bei unseren Vorfahren hatten, obwohl die Heilpflanzen, aus denen die Tees gemacht werden, wissenschaftlich erforscht sind. Sie müssen ein pharmakologisches Profil haben, in dem wichtige Merkmale wie z. B. kreislaufstimulierend, entwässernd oder krampflösend beschrieben werden.
In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, die der Gesetzgeber den Herstellern von Heil- und Arzneitees auferlegt hat. Diese Vorschriften regeln auch, ob sich der Tee „Heiltee“ nennen darf.
In jedem Fall müssen auf der Verpackung Zusammensetzung, Zubereitung, Dosierung und Art der Verwendung sowie die Wechselwirkungen zu anderen Mitteln und eventuell auftretende Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen klar ersichtlich sein. Heiltees, bei denen eine medizinische Bestimmung auf dem Etikett steht, sind auf die Beschwerden abgestimmt. Sie wirken oftmals besser als individuell angefertigte Mischungen aus verschiedenen Einzelkräutern.

Kräutertees als Arznei?
Gesetzlich gilt: Nicht jeder Kräutertee ist auch ein Arzneitee, auch wenn bekannte Heilkräuter darin ent- halten sind. Das ist nicht immer für den Verbraucher klar zu verstehen, insbesondere bei den Wirkstoffen Kamille und Pfefferminze.
Doch diese Entscheidung dient dem Verbraucherschutz. Der Gesetzgeber hat die Werbung mit gesundheitlichen Wirkungen streng geregelt. Unter juristischen Gesichtspunkten kann ein Kräutertee sowohl als Lebensmittel als auch als Arzneimittel eingeordnet werden.
Sobald dem Tee eine heilende Wirkung zugeschrieben wird und auf dem Etikett der Hinweis „gesundheitliche“ Wirkung steht, gilt er als Arzneimittel und muss vom Bundesinstitut für Arznei- und Medizinprodukte auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in einem Zulassungsverfahren geprüft werden. Tees, die zu Arzneimitteln zählen, sind apotheken- oder verschreibungspflichtig und dürfen nur dort verkauft werden.
Im Gegensatz zu den apotheken- oder verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zählen die meisten Arz- neitees zu den freiverkäuflichen Arzneimitteln und dürfen außerhalb der Apotheken verkauft werden. Dabei muss der Verkäufer allerdings eine fachliche Qualifikation nachweisen.

Was muss ein Heiltee beinhalten?

  • Die Wirkstoffmengen, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind.
  • Kräuter müssen vorschriftsmäßig geschnitten (Zerkleinerungsgrad) sein.
  • Richtige Verwendung der Pflanze, wie z. B. Blätter, Stängel oder Blüte.
  • Die richtige Menge von Blütenzahl oder Blattmenge.
  • Sie müssen besonders niedrige Grenzwerte von Pestiziden oder Schwermetallen enthalten. Diese liegen niedriger als bei Lebensmitteln.  


Der Grund für diese Bestimmungen ist, dass kranke Menschen ein geschwächtes Immunsystem haben und daher anfälliger für Krankheiten sind.
Ich selbst kaufe meine Tees immer dort, wo ich mich auch fachlich und kompetent beraten lassen kann, und ich mich darauf verlassen kann, dass der Tee enthält, was er verspricht und auch aus kontrollierten Anbaugebieten kommt.
Ich möchte sicher sein, dass ich mir etwas Gutes tue und mir nicht schade. Deshalb vertraue ich beim Heiltee-Kauf auf meinen Apotheker oder den Fachhandel, je nachdem welchen Tee ich benötige.


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Sobald dem Tee eine heilende Wirkung zugeschrieben wird und auf dem Etikett der Hinweis „gesundheitliche“ Wirkung steht, gilt er als Arzneimittel und muss vom Bundesinstitut für Arznei- und Medizinprodukte auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in einem Zulassungsverfahren geprüft werden.

 


Was ich bei Beschwerden verwende

  • Appetitmangel:                
    Andornkraut, Angelikawurzel, Bitterkleeblätter, Tausendgüldenkraut, Rosmarinblätter, Scharfgabenkraut, Wermutkraut
  • Angst, Depressionen:    
    Baldrianwurzel, Johanniskraut, Lavendel, Passionsblumenkraut
  • Blähungen:                      
    Angelikawurzel, Anisfrüchte, Basilikumkraut, Fenchelfrüchte, Kümmelfrüchte, Lavendelblüten
  • Brechreiz:                        
    Pfefferminzblätter, Kamillenblüten, Krauseminzblätter
  • Gallen-, Magen-, Darmbeschwerden (krampfartig):
    Erdrauchkraut, Kümmelfrüchte, Pfefferminzblätter, Schöllkraut, Wermutkraut


Bei den genannten Beschwerden verwende ich diese Kräuter und habe fast immer Linderung verspürt. Ich spüre, dass z. B. Anis, Baldrian, Brennnessel, Fenchel, Johanniskraut, Kamille, Lavendel, Löwenzahn, Melisse, Pfefferminz, Salbei, Thymian u. v. m. mir und meinem Körper guttun. Ich bin überzeugt, die verschiedensten Tees helfen mir, mit meinen Beschwerden, die öfters auftreten, zurechtzukommen. Ich glaube fest daran, dass mir diese Kräutertees helfen, und ich weniger auf Medikamente zurückgreifen muss.


Welche Kräutertees ich öfters verwende

  • Anis:                                     
    entkrampfend
  • Brennnessel:                    
    Appetitlosigkeit, entwässernd, Verstopfung, Durchfall, Bluthochdruck, Magen- und Nierenschwächen
  • Kamille:                          
    Übelkeit, Magenkoliken, Fieber, Erkältung, Hautprobleme, Stress, Angstzustände
  • Pfefferminz:                      
     Magenkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch
  • Lavendel:     
    beruhigt, entspannt
  • Melisse:                             
    nervöse Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Unruhe, Reizbarkeit
  • Johanniskraut:                    
    erhellt das Gemüt, mische ich zu anderen Teesorten
  • Salbei:                                 
    Magenkrämpfe, Übelkeit, entzündungshemmend, beruhigend
  • Thymian:                              
    Entzündungen, Fieber, Erkältung, ist das „natürliche“ Antibiotikum


Wichtig
: Man kann die Tees auch untereinander mischen! Allerdings muss man wissen, dass Tees niemals den Gang zum Arzt ersetzen! Man kann sie nur unterstützend einsetzen.


Wie bereite ich Tee zu?
Meistens lese ich auf der Teepackung, wie ich den Tee schmackhaft zubereiten kann. Ansonsten nehme ich einen Esslöffel mit den getrockneten Kräutern, (wenn ich mehrere Kräuter verwende, muss die Wassermenge erhöht werden), übergieße mit 250 ml kochendem Wasser, lasse den Tee zugedeckt zwischen 8 und 20 Minuten ziehen. Bei ganz bitteren Tees gebe ich noch Süßholzwurzel, die übrigens auch gut für den Magen ist, dazu. Bei grünem oder schwarzem Tee ist die Ziehzeit kürzer, denn sonst wird er zu stark und zu bitter. Auch kann man die Teeblätter zweimal verwenden.
Dann entferne ich das Sieb, süße ihn eventuell mit braunem Zucker, weißem oder braunem Kandis, Honig oder Ahornsaft.

Ich würde mich freuen, wenn dieser Artikel Sie animieren würde, öfters einmal eine Tasse Tee zu trinken und dabei dem Alltag mehr Genuss verleihen.

Katharina Stang