Gruppentreffem Regionalgruppe Mittlerer Neckar
vom 24.03., 21.04.,19.05.,16.06.2015
Thema: Ein Gruppentreffen

Alle vier Wochen treffen wir uns regelmäßig zu unseren Gruppentreffen. Vier Wochen, in denen sich für die Betroffenen und deren Angehörige einiges an Unvorhersehbarem ereignet haben kann. Bei allen Gruppentreffen ist der Beginn gleich. Bevor wir mit der Gruppenarbeit beginnen, gibt es bei Kaffee, Tee und Kuchen die Gelegenheit, dass sich Betroffene und deren Angehörige ungezwungen untereinander austauschen können. Dies ist unendlich wichtig und wird auch sehr gerne angenommen.

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Die Ersten treffen ein

 

Nach diesen ungezwungenen Gesprächen untereinander begrüßte ich alle Teilnehmer und stellte fest, dass wieder Neue den Weg zu uns gefunden oder Veränderungen und Neuigkeiten innerhalb der Gruppe stattgefunden haben.

Viele Themen wie z. B. Gewichts- und Verdauungsprobleme, Ernährung und Enzyme, Operationen, Chemotherapien, bildgebende Verfahren, Schmerzen usw. werden behandelt. Betroffene und deren Angehörige suchen Antworten auf ihre Fragen. Sie wollen in Ruhe und ohne Stress ihre persönlichen Fragen stellen und erwarten, dass wir sie ernst nehmen und verständlich, ohne jegliche Wertschätzung und neutral unabhängig, Antworten geben.

Damit Sie sich vorstellen können, wie Gruppennachmittage ablaufen können und welche hohen Anforderungen an eine Leitung gestellt werden, schildere ich Ihnen einen Gruppennachmittag.

Die Gruppe begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Jeder der Anwesenden berichtete, warum er heute kommt und was er von der Gruppe erwartet. Aufmerksam hörten alle zu, besonders ich, denn aus diesen Schilderungen ergab sich das heutige Thema. Behutsam fragte ich in die Runde: "Wer will den Anfang machen? Wer möchte über sich oder seine Sorgen reden? Wo kann ich oder die Gruppe helfen?" Sofort kam aus der Gruppe: "Wir lassen den Neuen den Vortritt, sie haben sicher mehr Fragen als wir."

Aus Erfahrung weiß ich, dass Neue oftmals mit dem Anfangen überfordert sind, sie kennen noch niemanden, fühlen sich unsicher und haben oftmals Hemmungen, sich zu öffnen. Deshalb nahm ich das Angebot der Gruppe nicht an, sondern sprach erst einmal über neues und wichtiges innerhalb von TEB e. V., ganz nebenbei kamen wir dabei ins Gespräch und plötzlich waren die ersten Wortmeldungen da.

"Ich kann nicht verstehen," so begann eine Betroffene, "wie man mit uns schwerstkranken Menschen umgeht. Sind wir denn gar nichts mehr wert? Liegt es daran, dass wir alt oder zu teuer sind?" Wir spürten die Traurigkeit, die in ihren Worten lag und sie kämpfte mit den Tränen. Leise erzählte sie weiter: „Nur weil ich es ablehnte, nochmals eine Chemotherapie zu nehmen, nimmt man mich nicht mehr ernst und ich habe das Gefühl, man lässt es mich auch spüren. Außerdem bin ich ja nur ein Kassenpatient, der ist erst recht nichts mehr wert.“ Wir hörten aufmerksam zu und so schilderte sie weiter, wie es ihr beim letzten Krankenhausaufenthalt ergangen ist und dass sie seither sehr darunter leidet. „Seit meiner Diagnose und den vielen Behandlungen und Therapien und vielen Krankenhausaufenthalten bin ich empfindlicher und verletzlicher geworden. Ich konnte es nervlich nicht ertragen, dass man mich innerhalb einer Woche viermal in ein anderes Zimmer verlegt und angesagte Behandlungen gar nicht erfolgten. Es macht leider auch keinen Sinn, sich bei den behandelnden Ärzten oder Pflegepersonal zu beschweren, sie müssen handeln, nicht mitfühlen oder gar denken. So bekam ich als Antwort: Wir sind hier im Krankenhaus und nicht in einem Hotel. Bis jetzt habe ich alles ertragen. Doch jetzt kann ich nicht mehr, so mache ich nicht mehr weiter!“ Es machet uns alle sehr betroffen und so mancher der Anwesenden nickte und meinte, ihm ginge es ähnlich.

Für einen kleinen Augenblick war es sehr still im Raum. Jeder hing seinen Gedanken nach und dann sagte ein Teilnehmer: „Ja, ich habe auch einiges erlebt. Die Ärzte und Pfleger stehen unter einen enormen Druck, aber sie versuchen ihr Bestes. Ich glaube, es liegt auch viel daran, dass wir einfach keine Kraft mehr haben und uns ausgegrenzt fühlen.“

Es tut gut, in der Gruppe über alles zu reden und zu spüren, man versteht mich, aber jeder hat hier sein Päckchen zu tragen. Man sieht auch einiges danach wieder anders, denn geteiltes Leid ist halbes Leid.

Ich versprach, ihr zu helfen. (Nach der Gruppe telefonierte ich mit dem behandelnden Arzt und wir fanden eine Lösung, mit der sie einverstanden war und bis heute ist).

Danach schaute ich in die Runde. "Habe ich niemanden vergessen? Braucht noch jemand Hilfe? Oder möchte sich noch jemand äußern?"

Spontan meldete sich die Dame, die heute zum ersten Mal in der Gruppe war, zu Wort: „Ich bekam vor ein paar Tagen die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Seit dieser Zeit kann ich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich bin völlig durch den Wind. Ist nun wirklich alles am Ende?“

Nein, so waren die Zwischenrufe innerhalb der Gruppe. "Wir können Ihre Angst verstehen, uns ging es am Anfang ähnlich wie Ihnen. Vertrauen Sie den Ärzten, der Gruppe und auch Frau Stang, Sie sind hier in guten Händen und vor allem sind Sie nicht alleine. Sie werden sehen, das Leben ist noch lange nicht vorbei!"

Ich sah meine Aufgabe darin, der Dame die Angst zu nehmen und ihr dabei die verschiedensten Behandlungs-und Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen. Ich ermutigte sie, ihren Mut nicht zu verlieren und den Kampf gegen den Krebs aufzunehmen. Mit ihrem behandelnden Arzt sollte sie voller Vertrauen alle wichtigen Entscheidungen bezüglich der Therapie besprechen und auch umsetzen.

In diesem Zusammenhang verwies ich außerdem auf ihre inneren Kräfte, diese sind nicht zu unterschätzen. "Ernähren und bewegen Sie sich gut und ausreichend. Setzen Sie sich Ziele, die Sie erreichen können. Versuchen Sie positiv zu denken und erhalten Sie sich Ihre Lebensfreude und Lebensqualität."

Wieder meldete sich ein Betroffener aus dem Kreis und sagte: “Ich kann sie gut verstehen, mir ging es ähnlich. Mir sackte auch der Boden unter den Füßen weg und ich glaubte, dass alles nur ein böser Traum sei. Genau wie sie saß ich vor vielen Monaten das erste Mal hier in der Gruppe und Katharina hat fast dasselbe zu mir gesagt. Voller Vertrauen habe ich ihre Hilfe angenommen und es geht mir seither gut. Immer wenn ich beim Arzt war, rufe ich Katharina an und teile ihr das Ergebnis mit. Immer hört sie zu, fängt mich auf, wenn es notwendig ist oder erklärt mir, worauf ich in naher Zukunft achten muss. Alleine der Gedanken, hier ist jemand, der mir zur Seite steht, tut unendlich gut.“

Es tat gut zu hören, dass die Betroffenen und deren Angehörige in der Gruppe und bei TEB e. V. Hoffnung, Mut, Kraft und Zuversicht finden.

Der Blick auf die Uhr zeigte mir, dass die Gruppe schon fast vorbei ist. Ich schloss die Gruppe wie ich sie begonnen habe: "Wie geht es Euch jetzt? Was nehmt Ihr mit? Hätte ich heute etwas besser machen können?"

Jeder Einzelne bekam die Gelegenheit sich zu äußern und konnte Lob oder Kritik anbringen.

Als die „Neue“ sagte: “Ich bin froh, dass ich heute hier war. Mir geht es jetzt um einiges besser. Ich danke Euch allen!“ war das doch ein wunderbares Schlusswort. Ich dankte allen für ihr Kommen und wünschte einen guten Nachhauseweg.

Jeder Gruppennachmittag ist individuell und muss auch so behandelt werden. Die Themen, der Ablauf, Fragen, Sorgen und Nöte kommen aus der Gruppe heraus. Deshalb braucht TEB e. V. selten ein vorgefertigtes Manuskript. Wir passen uns den Wünschen der Betroffenen an.

Gruppenleiterin
Katharina Stang

 
 

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