Lachen ist Lebenselixier

Lachen1.jpgDas Lachen hat auf uns, aber auch auf unsere Mitmenschen eine positive Auswirkung sowohl im körperlichen als auch im seelischen Bereich.
Diese Erfahrung mache ich nicht nur in meinem persönlichen Umfeld, sondern auch bei Betroffenen und deren Angehörigen, die ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit berate, betreue und unterstütze.
In den vielen Einzel- und Gruppengesprächen stelle ich fest, dass das Lachen, die Fröhlichkeit und das positive Denken unweigerlich zusammengehören und damit auch die Krankheit besser bewältigt werden kann. Das Lachen ist auch als ein Zeichen der Genesung zu werten.
Oftmals wissen wir gar nicht, welche Mechanismen in unserem Körper wirken und welch hohen Stellenwert diese haben. Solange man gesund ist, läuft alles, ohne dass wir uns groß anstrengen müssen, automatisch ab. Der Mensch kann lachen und weinen, beides hat seinen Stellenwert und und beides ist es wert, darüber zu schreiben.
Heute möchte ich mich dem Thema „Lachen ist gesund“ zuwenden und Ihnen meine Erfahrungen, Erlebnisse und Begebenheiten, die ich hautnah erleben durfte, näherbringen. Lassen Sie mich von zwei wahren Begebenheiten berichten.

Noch heute erinnere ich mich an die Worte einer Betroffenen mit der Erkrankung Bauchspeicheldrüsenkrebs, die ich über mehrere Jahre betreute und die damals an die hundert Chemos bekam. Eines Tages sagte sie mir: „Ich will keine Chemo und auch keine Bestrahlung mehr, stattdessen mache ich einen Lachkurs.“ Wie begann es? Eine gutaussehende, sehr gepflegte und gebildete Frau erzählte in einem Gruppentreffen ihre Geschichte: „Vor wenigen Tagen bekam ich die Diagnose Adenokarzinom in der Bauchspeicheldrüse. Mein behandelnder  Arzt teilte mir auf mein Drängen hin mit, dass meine Lebenserwartung noch wenige Wochen oder Monate sei.“
Alle in der Gruppe saßen da und waren erst einmal von der Schilderung wie auch von der sehr starken Haltung der Betroffenen sprachlos. Es fehlten uns schlicht und ergreifend die Worte. Spontan und ohne große Überlegung sagte ich plötzlich: „So schnell stirbt man in meiner Gruppe nicht!“ Erst viel später wusste ich, dass ich recht behalten sollte.  Von dem Tag an begleitete und unterstützte ich diese Betroffene, deren Ziel und Motto es war: „Leben mit Krebs ist mehr als nur Angst und Stillstand, sondern auch annehmen und kämpfen!“ Sie gab nicht auf!
Über zwei Jahre wurde sie von einem sehr bekannten und namhaften Onkologen (mit dem ich damals sehr eng zusammengearbeitet habe) außerhalb Baden-Württembergs behandelt. Dabei nahm sie alle Strapazen, die auf Grund der weiten Entfernung entstanden sind, in Kauf. Ihr Vertrauen zu dem behandelnden Arzt war grenzenlos.
Es ging ihr eine lange Zeit, trotz der vielen verabreichten Chemos, recht gut. So sagte sie des Öfteren: „Manchmal zweifle ich an der gestellten Diagnose, ich habe das Gefühl,  dass ich diesen aggressiven Krebs nicht in meinem Körper habe.“ Wann immer sie in die Gruppe kam, war sie gestylt, geschmackvoll angezogen und auffallend geschminkt und alle spürten, dass das Leben für sie trotz Krankheit lebenswert war. Sie versprühte Frohsinn und Optimismus.
Einige Zeit später kam sie wieder zu einem Gruppentreffen. Als sie diesmal den Raum betrat, spürte ich sofort, dass sie heute anders war. Sie schien bedrückt und nervös zu sein, und das Lachen aus ihrem Gesicht war verschwunden. Ich ließ sie erst einmal ankommen. Etwas später fragte ich: „Was ist heute mit Dir los?“ Ruhig und sachlich sagte sie: „Mein Krebs hat wieder zugeschlagen, es haben sich Metastasen in verschiedenen Organen gebildet. Man hat mir eine starke Chemo und Bestrahlung   empfohlen, um den Tumor zu verkleinern und dann eventuell zu operieren.“
Plötzlich schüttelte sie heftig den Kopf und fuhr fort: „Ich werde mir keine Chemo mehr in meinen Körper fließen lassen. Es ist genug, ich kann und will keine mehr.“ Sie sah mich an und merkte, dass ihre Aussage mich überraschte. „Ich kann den Geruch, die Pumpe, die Fahrt und auch die Nebenwirkungen nicht mehr ertragen“, sagte sie weiter. Es herrschte absolute Ruhe im Raum. Mit einer solchen Reaktion hatten wir alle nicht gerechnet. „Ja, aber was machst Du stattdessen?“, fragte ich. „Nichts tun ist doch sicher nicht der richtige Weg und auch keine Lösung.“
Sie suchte nach Worten und sagte: „Ihr werdet es sicher nicht verstehen und vielleicht auch die Nase rümpfen oder laut über mich lachen. Doch Lachen ist gesund, deshalb erzähle ich Euch, was ich mache. Ich habe mich zu einem Lachkurs angemeldet!“ „Was ist denn das?“, war der Tenor der Gruppe.
„Ich lerne jetzt, richtig, ausgiebig und lauthals zu lachen und dabei tanze ich.“ Wir hörten zu, teilweise schüttelten wir den Kopf oder stellten Fragen, die zeigten, dass wir das Ganze nicht sehr ernst nahmen und unsere Zweifel offensichtlich werden ließen. „Ja, ja, lacht nur über mich. Ich mache den Lachkurs und Ihr werdet sehen, dass er mir etwas bringen wird, und ich noch eine ganze Weile mit meinem Krebs leben werde.“
Als ich später nach Hause kam, suchte ich nach verschiedenen Lektüren zum Thema Lachen im Internet und erweiterte damit meinen Horizont. Bei weiteren Gruppentreffen erzählte sie uns immer wieder von ihrem Kurs  und was sich in der Zwischenzeit in ihrem Leben ereignet und verändert hat. Dabei stellten wir fest, dass sie über ganz banale Dinge ausgiebig und herzhaft lachen konnte und uns alle damit ansteckte.
Noch zwei weitere Jahre lebte sie ohne jegliche Chemo, Bestrahlung oder sonstige Behandlung und fühlte sich sehr wohl. Sie war glücklich und zufrieden und mit sich und der Welt im reinen. Sie ging lachend durch die Krankheit.
Fast fünf Jahre lebte sie noch, obwohl ihr am Anfang der Diagnose nur wenige Wochen in Aussicht gestellt wurden. Sie verstarb an einem akuten Nierenversagen. Dass sie mit dieser Diagnose so lange überlebte, grenzte damals an ein Wunder. Ob es ein Wunder oder ihr Frohsinn, das Lachen oder einfach nur ihr Schicksal war, werden wir nie erfahren. Sie hat auf jeden Fall fest an das geglaubt, was sie machte.

Ein weiteres Erlebnis!
Ich bekam eine Einladung zu einem Workshop mit dem Thema „Mit Lachen und Humor geht alles besser“. Ehrlich gesagt, ich konnte mir unter diesem Workshop nicht viel vorstellen, doch meine Neu- gierde ließ mich daran teilnehmen, obwohl ich mich körperlich wie seelisch zu dieser Zeit nicht gut fühlte. Voller Spannung ging ich in den Raum, in dem der Workshop stattfand. Die Tische waren so angeordnet, dass jeder ein Gegenüber hatte, dem man ins Gesicht schauen musste.
Nach einer kurzen Begrüßung folgte der Vortrag des Referenten, in dem er uns erklärte, was Lachen, Humor und Fröhlichkeit für uns Menschen, aber auch für unseren Körper bedeuten. Nämlich - Lachen ist gesund! Es war hoch interessant. Doch das besondere Highlight kam im praktischen Teil. Alle bekamen die Aufgabe, seinem Gegenüber Grimassen zu schneiden, egal welcher Art, das Ziel war es, den anderen zum Lachen zu bringen.
Ich saß damals einem sehr berühmten Professor gegenüber, den ich seit vielen Jahren kenne und sehr schätze. Der Gedanke, diesem Mann Grimassen zu schneiden, war für mich eine Hürde, die ich kaum überwinden konnte. Ich hatte fürchterliche Hemmungen und Respekt, irgendeine Grimasse zu ziehen. Der Professor merkte meine Unsicherheit und Angst, und streckte mir plötzlich die Zunge heraus und machte dazu ganz lustige Grimassen. Ich musste herzhaft lachen. Er ermunterte mich, auch irgendetwas zu tun, damit er auch lachen könne. Nun machte ich wilde Grimassen, streckte ihm die Zunge heraus und gestikulierte wild mit meinen Händen. Irgendwie schaffte ich es, ihn zum Lachen zu bringen. Im ganzen Raum wurde herzhaft und laut gelacht, und mancher musste sich die Tränen, die man vor Lachen vergoss, wegwischen. Erstaunlicherweise ging es mir während des Workshops und auch Tage danach körperlich und seelisch um einiges besser.
Es war für mich bis heute das lächerlichste, eindrucksvollste und lehrreichste Seminar, dass mich die größte Überwindung kostete. Ich werde es nie vergessen.
Noch heute, wenn ich den Professor treffe, nimmt er mich in seinen Arm und wir lachen über das gemeinsame Erlebnis.

Lachen3.jpgLachen ist gesund und fördert die Gesundheit!
Fast jeder kennt das Sprichwort „Lachen ist gesund und die beste Medizin“. Doch mal ganz ehrlich, wer glaubt an diese Worte, wenn es einem körperlich wie psychisch schlecht geht? Wer denkt darüber nach, dass das Lachen seit Jahren wissenschaftlich erforscht wird und seit langem fundierte Ergebnisse vorliegen?
Seit 1960 werden die Auswirkungen des Lachens, die sich auf den körperlichen wie seelischen Zustand eines Menschen auswirken, in einer Lachforschung (Getologie) untersucht. Dazu hat man den Testpersonen, bevor und nachdem sie zum Lachen gebracht wurden, Blut abgenommen und dieses untersucht. Das Untersuchungsergebnis zeigte, dass das Lachen unser Immunsystem positiv beeinflusst und die eigenen Abwehrkräfte mobilisiert.
In vielen weiteren Studien wurde das Lachen für das soziale Miteinander als sehr positiv und wichtig dargestellt.
So fand man heraus, dass Babys am Tag an die 400mal lachen, ohne dass sie einen ersichtlichen Grund dafür haben. Dagegen lachen die Er-   wachsenen im Schnitt 15-20mal am Tag. Wir wissen heute, dass das Lachen unseren Körper positiv stimuliert, wir empfinden eine tiefe Entspannung. Beim Lachen produzieren wir Endorphine, sogenannte Glückshormone, die in die Blutbahn gelangen und unsere Stimmung steigen lassen. Die Freisetzung der Endorphine (Glückshormone) bewirkt auch, dass das Stresshormon Adrenalin unterdrückt wird. Dadurch tritt kurz-   fristig eine Veränderung im Hormonhaushalt auf, die so stark sein  kann, dass sie Schmerzen lindern kann.Das Immunsystem wird durch das Lachen angeregt und sogenannte Antikörper, die unser Körper zum Schutz von Bakterien und Viren benötigt, werden neu gebildet.
Kräftiges Lachen ist ein Stresskiller und kann bei Verstopfung, Kopfschmerzen und auch bei Schlaflosigkeit helfen. Es kann für Schmerzpatienten eine positive und lang-   anhaltende Wirkung eintreten, wenn sie am Tag einmal herzhaft lachen. Einmal Lachen ist so gut wie 15 Minuten Joggen!
Viele Mediziner und Psychologen beschäftigen sich mit dem Thema Lachen, darunter auch ein bekannter amerikanischer Arzt, Dr. Hunter Patch Adams, der die These vertrat, dass bei einer erfolgreichen medizinischen Behandlung der Humor nicht fehlen darf und verordnete seinen Patienten kostenfreies Lachen.
Dieses fundierte Wissen führte dazu, dass 1985 die Bewegung der Klinik-Clowns entstanden ist und dass diese Clowns bis heute viele Kinder und schwerstkranke Menschen am Krankenbett besuchen, um sie aufzumuntern und abzulenken. Klinik-Clowns können ein wichtiges Verbindungsglied zwischen unserem Körper und Geist herstellen und helfen, dass wir abschalten und unsere Sorgen und Ängste vergessen können.
Beim Lachen werden 300 Muskeln vom Kopf bis zum Bauch angespannt, allein 17 davon im Gesicht. Das richtige Lachen will gelernt sein und stellt oftmals hohe Anforderungen an unseren Körper, wie wir sie z. B. vom Leistungssport kennen. So kann es sein, dass man bei einem Film, bei dem man viel lachen musste, am nächsten Tag Muskel- kater in der Bauchregion verspürt.
Woher kommt das? Bei einem herzhaften Lachen wird die Atmung schneller und der Gasaustausch erhöht sich um das Dreifache. Das Zwerchfell spannt sich an, wodurch sich die Lungenflügel ausdehnen. Wenn wir herzhaft und lauthals lachen, pressen wir unseren Atem stoßartig mit bis zu 100 Stundenkilometern aus der Lunge heraus. Die Lunge nimmt viel Luft auf, der Sauerstoff gelangt in die roten Blutkörperchen. Das Herz schlägt schneller und pumpt das   sauerstoffreiche Blut durch unseren Körper. Der Organismus befindet sich für kurze Zeit in einem guten und aktiven Modus.Nach der „Aufregung“ durch das herzhafte Lachen entspannt sich der Körper wieder. Die Arterien weiten sich, der Blutdruck sinkt und es folgt eine spürbare Entspannung. Lachen, das wissen wir heute, kann z. B. auch bei Herzinfarkt eingesetzt werden. Durch das medizinisch eingesetzte und auch überwachte Lachen wird der Blutdruck gesenkt und damit die Gefahr für einen neuen Herzinfarkt gemildert.
Wir sollen und dürfen heute lachen, ohne dass wir verpönt werden, wie das im 19. Jahrhundert der Fall war. Menschen, die miteinander lachen, wirken fröhlicher, entspannter und schöner. Ein lautes und herzhaftes Lachen steckt an und es kann sein, dass man sich plötzlich wohler fühlt, ohne dass man selbst etwas getan hat.
Noch heute kann ich mich an eine eigene Situation erinnern, als ich zu meinem Arzt sagte: „Mir ist das Lachen vergangen.“ Er meinte: „Nein, Sie haben es nur verloren!“ Er gab mir folgende Tipps: „Lachen Sie und Ihr ganzer Körper lacht mit! Stehen Sie morgens schlecht gelaunt auf, stellen Sie sich vor den Spiegel und lachen Sie sich einfach mal an oder aus. Sie werden sehen, Ihre schlechte Laune verschwindet.“ Obwohl es mir nicht ganz einleuchtete, versuchte ich es und es hat mir geholfen!
Lachen ist nicht gleich lachen und kann ganz unterschiedlich sein. So lachen wir z.  B. wenn wir etwas lustig empfinden, aus Höflichkeit, Angst, Nervosität oder wenn wir Gefühle überspielen wollen und den sogenannten Galgenhumor an den Tag legen, oder wenn uns jemand kitzelt.
Lachen kann ein Anzeichen von     sexueller Erregung oder auch von Aggressionen sein. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es ein „vollkommenes Lachen“ gibt, das sogenannte Grundlachen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts versuchen Ausdruckspsychologen, die verschiedensten Formen des Lachens zu erklären. Sie unterscheiden gewöhnliches, brüllendes, herzhaftes, selbstgefälliges, verzerrtes, unterdrücktes und schadenfrohes Lachen. Auch gibt es das „Sardonische Lachen“. Der Ausdruck stammt von der italienischen Insel Sardinien und bedeutet ein schmerzhaftes und grimmiges Lachen. Sicher kennen Sie alle den Ausdruck: Lachen ist gesund, drum lache mindestens dreimal täglich!
Heute gibt es mehr als 100 Lachclubs, die teilweise auch von qualifizierten Lachtrainern geleitet werden. Hier lernt man mit simplen Atem- und Lachübungen, den ganzen Körper in positive Schwingungen zu bringen und damit sich selbst in eine positive Stimmung zu versetzen. Viele, die einen solchen Kurs besucht und das sogenannte Lachyoga erlernt haben, berichten darüber, dass sich in ihrem eigenen Leben und Verhalten vieles zum Positiven verändert hat.
Man könnte noch ganz viel über das Lachen schreiben, das Wichtigste ist: „Lachen ist gesund“!
Ich würde mich freuen, wenn der   Artikel Sie zum Lachen bringen konnte und es Ihnen dabei gut geht. Damit hätte ich mein Ziel erreicht und die Zeit für das Schreiben hätte sich gelohnt.

Katharina Stang/ Boris Mönnich

 
 

Suche

mitmachaktion.jpg


Gründungsmitglied

web.jpg



Kooperationspartner

DDH-M_Logo.jpg

Deutsche Diabetes-Hilfe
Menschen mit
Diabetes e. V. (DDH-M)
10117 Berlin

skypen.png
SKYPEN Sie mit uns

Mehr Infos ...


Übersicht

Zertifizierte
Pankreaskarzinom-
Zentren

(nach DKG zertifiziert)
-------------------
Zertifizierte
Onkologische Zentren

(nach DKG zertifiziert)


Die Selbsthilfe
TEB e. V. wird durch Förderungen der Krankenkassen unterstützt.


Spenden auch Sie, damit wir unsere Arbeit fortführen können

Spendenformular