Ohne Fleiß keinen Preis

Schon als Kind sagte mein Vater zu mir: „Ohne Fleiß gibt es keinen Preis, ohne Arbeit und Mühe keinen Erfolg.“ Seine damaligen Worte verstand ich als Kind nicht und so manches Mal dachte ich, dass er mich mit der ständigen Plagerei für bessere Noten nur ärgern wollte. Heute weiß ich erst, wie recht er damals hatte.


===================================
Ich stellte die Weichen für mein Leben neu
===================================


Bis heute habe ich nie aufgehört zu lernen. Immer wieder kamen Situationen, in denen ich meinen alten eingeschlagenen Weg, sowohl beruflich als auch privat, verlassen musste, um neue Wege zu gehen.
Als ich nach langer schwerer Krankheit wieder im Leben angekommen war, musste ich eine wichtige Entscheidung treffen und die Weichen für mein späteres Leben stellen.
Ich entschied 1999, dass ich mich ehrenamtlich für kranke Menschen einsetzen will und suchte nach Möglichkeiten, meinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Ich schloss mich einer Selbsthilfeorganisation an, dort merkte ich nach einiger Zeit, dass Neid und Intrigen öfters zu finden waren als Ehrlichkeit, Lob und Zuspruch.
Die Art, wie man mit mir umging, entsprach nicht meiner Philosophie und meiner Vorstellung von einer guten vertrauensvollen Zusammenarbeit. Durch besondere Vorkommnisse wurde ich schneller als erwartet zu einer Entscheidung, nämlich der, in der Organisation zu bleiben oder sie zu verlassen, gezwungen. Ich entschied mich zu gehen.
Wieder nahm mein Leben eine Wende. Mit sechs weiteren Personen gründete ich TEB e. V. (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeichel- drüse). Bereits hier schlug mir großes Vertrauen entgegen und man wählte mich als 1. Vorsitzende.
Seit der Gründung im Jahr 2006 wurde ich bereits zum achten Mal in Folge zur ersten Vorsitzenden gewählt, und seit dieser Zeit führe und leite ich TEB e. V. Selbsthilfe. Das Ehrenamt der ersten Vorsitzenden beinhaltet sehr viele Aufgaben und Aktivitäten, viel Arbeit, Verantwortung, Zeit und persönlichen Einsatz und wäre für mich völlig ausreichend.
Wenn da nicht noch die Führung und Leitung des Vereins mit seinen satzungsgemäßen Aufgaben und Zielen wäre. Relativ schnell wurde dem Vorstand klar, dass der Verein auf Dauer nicht wie ursprünglich aus unserem Wohnzimmer geführt und gelenkt werden kann, sondern man brauchte über kurz oder lang ein externes Büro. Mitgliederzahlen, Beratungen und gesetzliche Anforderungen stiegen und auch der Platz für Unterlagen und Infomaterial wurde zu eng. Der Vorstand war gezwungen, eine Entscheidung über neue Räumlichkeiten zu treffen, wobei niemand wusste, in welche Richtung sich TEB e. V. entwickeln würde. Wir mieteten einen kleinen „Abstellraum“ an, der Platz für unsere Unterlagen, einen Tisch und einen Stuhl hatte. Es dauerte nicht lange, und der sogenannte Abstellraum wurde zu klein und es fehlte ein Telefon.
Wieder stand der Vorstand vor einer neuen und wichtigen Entscheidung, denn er wusste, dass ein größeres Büro mehr an Arbeit, Aufgaben und Kosten mit sich bringen würde als wir alle ursprünglich dachten. Wir nahmen eine Namensänderung vor und ließen TEB e. V. Selbsthilfegruppe ändern in TEB e. V. Selbsthilfe.
Anschließend mieteten wir im gleichen Haus zwei Räume, gründeten den Landesverband und stellten eine 450,- EUR Kraft ein. Sie übernahm das Telefon, alle anfallenden Büroarbeiten und koordinierte meine Beratungstermine.
Es war zu diesem Zeitpunkt noch alles locker und leicht zu bewältigen. TEB e. V. war noch klein, überschaubar und noch nicht sehr bekannt. Doch das sollte sich sehr schnell ändern. Mitgliederzahlen, Arbeit, Beratungen, Anforderungen und Bekanntheitsgrad stiegen sprunghaft an und wieder mussten wir feststellen, dass der Raum zu klein wurde und wir aus allen Nähten platzten. Lange diskutierten wir in den Vorstandssitzungen, wie es weitergehen und wohin die Reise gehen solle. Uns allen war klar, dass die Arbeit und die Herausforderungen nicht weniger, sondern mehr werden würden. Wieder stand der Vorstand vor einer großen und wichtigen Entscheidung!
2009 ging es um mehr, als nur darum, ein neues Büro anzumieten. Wir wussten, dass wir jetzt mehr Geld benötigen würden, um das Ganze zu finanzieren. Wir hofften auf Unterstützung der Deutschen Krebshilfe, die damals jedoch nur Bundesverbände förderte. Deshalb beschlossen wir im Vorstand, auch auf die Bundesebene zu gehen, um eventuell ebenfalls För- dergelder zu erhalten. So entstand der Landes- und Bundesverband TEB e. V. Selbsthilfe.
Wie so oft im Leben beginnt alles schleichend, man spürt gar nicht so richtig, was um einen herum und mit sich selbst passiert. Man sitzt in einem Hamsterrad, das sich erst ganz langsam dreht und mit der Zeit immer schneller wird, und man selbst läuft immer schneller und schneller mit.
Es gab keine Unterstützung von Seiten der Deutschen Krebshilfe, da sie ihre Statuten geändert hatten und nur noch ein Krankheitsbild fördern konnten.
Es bestand im Vorstand kein Zweifel darüber, dass ich auch in Zukunft die Landes- und Bundesgeschäftsstelle leiten und führen würde.
Noch heute klingen mir die Worte im Ohr: „Katharina, Du hast das Wissen, die Kontakte und die Ideen, versuche es, wir helfen Dir. Wir sind ganz sicher, dass Du das schaffst!“
Nach Absprache mit meinem Mann, der damals wie heute immer an meiner Seite stand und steht und mich in allem was ich tat, unterstützte, meinte auch er: „Versuche es.“

Ich wusste damals nicht, was auf mich zukommt und ob ich es schaffen würde, TEB zum Erfolg zu führen. Wie gesagt, ich habe das nicht gelernt und gesundheitlich war und bin ich sehr angeschlagen.
Keiner wusste bis dato, wie sich TEB e. V. in Zukunft entwickeln würde und woher wir die finanziellen Mittel für die neuen Räume kommen sollten. Doch alle Überlegungen halfen nichts, wir mussten handeln, denn die Räume platzten aus allen Nähten. In dem Haus, in dem wir waren, einen weiteren Raum dazu zu mieten, wäre viel zu teuer gewesen.
So kam uns der Zufall zu Hilfe und wir bekamen einen Hinweis, dass in der Ruhrstraße ein Büro zu vermieten sei. Wir zogen in ein größeres Büro und wieder war es selbstverständlich, dass ich die Landes- und Bundesgeschäftsstelle ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich, leite.
Wie gesagt, es war ein schleichender Prozess, der mein ganzes Leben und meine persönliche Planung veränderte und alles auf den Kopf stellte und mich zu vielem zwang, was ich so niemals wollte. Die große und ständige Verantwortung, Präsenz, das fachliche und rechtliche Wissen, die Kontaktpflege, die Beschaffung der notwendigen Gelder, Herausgabe von Info material, TEB-Magazin, Veranstaltungen und die Vereinsführung sind nur einige Beispiele dafür, dass das meine Vorstellung von Ehrenamt, freier Zeiteinteilung, Hüter der Zeit u. v. m. bei weitem übertrifft. Eigentlich müsste ein externer Geschäftsführer die Landes- und Bundesgeschäftsstelle leiten und führen. Doch leider fehlt uns dazu das Geld.
Dass ich die vielfältigen Auf-gaben, insbesondere in den letzten Jahren, meistern konnte, verdanke ich zum Großteil meinem Mann. Ohne seine große und ständige Hilfe, sein Verständnis, Großzügigkeit, Wissen und Organisations- talent wäre TEB e. V. niemals so weit gekommen und auch nicht so erfolgreich geworden. Ohne dass ich übertreibe, meinem Mann gehört von dem, was TEB heute ist und vom Erfolg 50 Prozent.

FleissPreis.jpgImmer am Puls der Zeit, ständig steigende Mitgliederzahlen, regional, landes-, bundes- und weltweit anerkannt und erfolgreich zu sein, ist nicht immer nur schön, leicht und erstrebenswert.
Freude, Erfolg, Vertrauen, Wertschätzung, Anerkennung, Achtung und Würde habe ich während der langen Zeit voller Dankbarkeit erfahren dürfen, sie haben mir geholfen, die große Verantwortung zu tragen.
Es gab aber auch immer einige Schattenseiten, die mir sehr oft Angst und Sorge machten und mir so manche schlaflose Nacht bescherten. Immer und immer wieder musste ich mich mit den verschiedensten Situationen auseinandersetzten und wichtige, schnelle Entscheidungen treffen, deren Ausgang nicht immer vorhersehbar waren und sind.
So musste ich mich des Öfteren auf  einen neuen Vorstand einstellen, weil der eine oder andere aus persönlichen Gründen seine ehrenamtliche Tätigkeit niederlegte oder dass ein Vorstandsmitglied plötzlich und unerwartet verstarb.
Immer war ich gefordert und musste versuchen, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen.
Nun wurde ich wieder für zwei Jahre für das Ehrenamt der 1. Vorsitzenden gewählt und habe damit weiterhin die Aufgabe, TEB e. V. nach innen und außen zu repräsentieren, übernommen.
Das große entgegengebrachte Vertrauen, das ich seit vielen Jahren von den Mitgliedern bekomme, zeigt mir, dass es mir gelungen ist, das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden und Vertrauen und Menschlichkeit aufzubauen.
Mein Ziel ist es nach wie vor, kranken Menschen zu helfen und sie zu unterstützen und gesunde zu motivieren, sich ehrenamtlich bei TEB zu engagieren. Jeder einzelne trägt dazu bei, dass wir auch weiterhin unserem Ziel und unseren Aufgaben gerecht werden.
Leider bleibt die Zeit nicht stehen, die Jahre vergehen und ich und mein Mann werden älter und so manche Hürde ist nicht mehr so leicht zu nehmen wie es einmal war. Sehr oft komme ich gesundheitlich wie auch psychisch an meine Grenzen und muss mich sehr anstrengen, dass ich weiterhin funktioniere wie bisher.
Noch heute macht mir das Ehrenamt bei TEB viel Spaß und es hat mir auch sehr geholfen in meiner Krankheitsbewältigung. Dafür bin ich dankbar und werde alles dafür tun, dass TEB weiterhin ein Fels in der Brandung für Betroffene und ihre Angehörigen bleibt.
Mir ist bewusst, dass es schwierig sein wird, einen Ehrenamtlichen zu finden, der meine vielfältigen Auf-gaben eines Tages übernehmen kann.
Umso wichtiger ist, dass wir planbare Gelder bekommen, damit wir, egal wer dieser Mensch ist, ihn angemessen bezahlen können. Ich glaube nicht, diesen Posten wieder ehrenamtlich besetzen zu können, dazu ist er zu vielseitig und zeitintensiv. Wenn es uns gelingt, in Zukunft jemanden zu finden, der meine Aufgaben und Ziele zum Wohle der Betroffenen weiterhin umsetzen kann und will und wir gleichzeitig die nötigen Gelder bekommen, sehe ich für TEB e. V. in der Zukunft eine große Chance.

Katharina Stang
 
 

Suche

mitmachaktion.jpg


Gründungsmitglied

web.jpg



Kooperationspartner

DDH-M_Logo.jpg

Deutsche Diabetes-Hilfe
Menschen mit
Diabetes e. V. (DDH-M)
10117 Berlin

skypen.png
SKYPEN Sie mit uns

Mehr Infos ...


Übersicht

Zertifizierte
Pankreaskarzinom-
Zentren

(nach DKG zertifiziert)
-------------------
Zertifizierte
Onkologische Zentren

(nach DKG zertifiziert)


Die Selbsthilfe
TEB e. V. wird durch Förderungen der Krankenkassen unterstützt.


Spenden auch Sie, damit wir unsere Arbeit fortführen können

Spendenformular