Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum bei der Fa. Abbott

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Besuch der Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum am 24.07.2012 bei der Fa. Abbott in Neuffen bei Hannover

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Nachdem alle Hürden geschafft waren, konnten wir bei schönem Wetter unseren Ausflug starten.

Leider konnten nicht alle, die sich angemeldet hatten, auch wirklich mitfahren. Sie mussten aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen, was sie und uns sehr traurig stimmte. Doch alle, die sich mit dieser schweren Erkrankung auseinander setzen wissen, dass es Betroffenen kaum möglich ist, einige Tage oder Wochen im Voraus zu planen.

Eine lange Wegstrecke lag vor uns und niemand wusste, ob der Ausflug gelingt. Also stiegen wir voller Erwartung in unseren Bus ein, der nach unserer Meinung viel zu groß war, doch nachdem uns gesagt wurde, dass auch in einem kleineren Bus der Preis der gleiche ist, war es uns nur Recht.

Nach einer kurzen Unterweisung durch unseren Fahrer ging es endlich los. Im Bus herrschte nach kurzer Zeit eine ausgelassene Stimmung. Es wurde erzählt, gelacht, gelesen und vieles mehr. So kam der erste größere Zwischenstopp in Fulda, hier wurde das Mittagessen eingenommen, welches sehr gut schmeckte.

Dann ging es weiter nach Hannover, natürlich immer wieder mit kleineren und größeren Pausen. Unser Fahrer (Olli) ging soweit es möglich war auf unsere Bedürfnisse ein und erfüllte uns fast jeden Wunsch. Sicher und wohlbehalten kamen wir in Hannover an. Was wird uns jetzt erwarten, wie sind unsere Zimmer?

Sehr angenehm überrascht waren wir von den Zimmern. Sie waren groß, gemütlich und sehr sauber, was wollten wir mehr? Nach dem Einschecken hatte jeder die Gelegenheit, sich zu erfrischen, umzuziehen oder ein paar Grüße nach Hause zu senden.

Dann ging es zum Abendessen und wir mussten uns nur setzten und schon wurden wir wie die Fürsten bedient. Das Essen war sehr, sehr gut und die Kellnerin und Kellner, die uns bedienten, waren sehr aufmerksam und liebenswürdig. Auch hier wieder Lachen, Lachen und nochmals Lachen. Ja, wir steckten das Personal mit an und sie machten ihre Späße mit uns.

Doch was machen wir nach dem Essen? Alle schauten mich erwartungsvoll an und meinten: Was nun? Selbstverständlich hatte ich das auch mit eingeplant. Gemeinsam gingen wir in die Stadt und schauten uns diese an. Doch oh Schreck, was ist mit unserem Horst passiert? Er hatte nicht aufgepasst und war gefallen. Alle waren sofort zur Stelle und boten ihre Hilfe an. Mit ein paar leichten Blessuren und Schmerzen kam er davon. Trotzdem ist er tapfer mit uns weiter gelaufen. Sicher kann man sich denken, was unser Horst an Spott aushalten musste. Es war ein schöner, harmonischer Abend.

Gegen 22.30 Uhr kamen wir wieder in unserem Hotel an. Fast alle waren müde und gingen sofort auf ihre Zimmer. Nur unser Joachim, diese Nachteule nicht. Er brauchte wie immer noch eine letzte Zigarette und einen letzten Kaffee im stehen. Aber alleine wollte er nicht gehen. Also war ich dabei. Bis Mitternacht saßen wir zusammen und sprachen über dies und das, dabei wurden neue Ideen geboren, die wir in naher Zukunft in die Tat umsetzen wollen.
Endlich konnte auch ich nach einem anstrengenden Tag zufrieden zu Bett gehen.

Der Dienstag begann mit einem sehr guten Frühstück, das Büfett war so reichhaltig, dass die Auswahl des Essens uns sehr schwer fiel. Gut gelaunt, satt und zufrieden traten wir den weiteren Weg nach Neuffen zur Firma Abbott an.

Frau Dr. Bartz und Herr Hitzel haben uns dort nach einer kurzen Anfahrt freundlich in Empfang genommen und aufs herzlichste begrüßt. Später kam Herr Ebinger dazu, der uns die Entwicklung und die weitere Zukunft von Abbott an Hand eines Diavortrages vorstellte. Der Vortrag war hochinteressant für uns alle. Wir waren überrascht, dass ca. 35 Millionen Schweinepankreas im Jahr bei Abbott verarbeitet werden. Eine Schweinepankreas wiegt 100g und daraus werden 10g Enzyme gewonnen (Enzym-Herstellungsprozess lesen).

Genauso überrascht waren wir über den weltweiten Handel. Wir staunten darüber, wohin Enzyme von Abbott versendet werden. Die Planung geht bis ins Jahr 2024 und hier wird die Produktion deutlich erhöht. Woran das wohl liegt, war unsere Frage? Nehmen die Erkrankungen zu?

Viel Neues kam auf uns zu, es war uns unmöglich, alles auf zunehmen und verarbeiten.

In der anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass einige der Teilnehmer Enzyme schon seit mehr als dreißig, zwanzig oder zehn Jahren einnehmen. Schnell rechneten wir gemeinsam aus, wie viel Kapseln im Laufe der Jahre eingenommen wurden. Dabei gingen wir von einem Bedarf von 12 Kapseln pro Tag aus, das ergibt in 30 Jahren 131.400 Kapseln. Diese Zahl der eingenommen Kapseln überraschte uns alle, selbst die Mitarbeiter von Abbott.

Nun ging es in die Produktionsräume. Hier zu mussten wir uns umziehen, Schuhe und Socken waren der Größe nach sortiert und hingerichtet. Unsere Geschäftsstelle und Abbott haben hier eine sehr gute Vorarbeit geleistet. Der Höhepunkt waren die Kittel und Hauben, wir sahen zum schreien aus. Wir sahen wie Nachtgespenster aus, von Schönheit keine Spur.

Der Gang durch die Produktion (nur dort wo es die Werksleitung erlaubte) war sehr informativ, die Fragen sprudelten nur so aus uns heraus, doch die Zeit verging wie im Flug und unsere Abfahrt kam immer näher. Gemeinsam gingen wir zum Essen und auch dort wurden viele persönliche Gespräch geführt und die eine oder andere Erfahrung, Wünsche, Ideen diskutiert. Dabei ließen wir den Besuch ausklingen.

Dieser Besuch hat sich in jeder Hinsicht für uns Betroffenen gelohnt. Vieles haben wir erfahren, vieles können wir jetzt besser verstehen.

Danke an Alle, die uns das hier und heute ermöglicht haben. Wir wissen das sehr zu schätzen.

Auch wir bekamen die Rückmeldung, dass unsere Gruppe sehr wissbegierig und es auch für die Menschen bei Abbott interessant war, unsere Meinungen, Ideen und Vorschläge aus der Sicht von Betroffenen zu hören. Wir wurden nun zum Bus begleitet und sehr liebevoll verabschiedet.

Im Bus brauchte jeder erst einmal eine Pause zum Verschnaufen.

Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit kamen die ersten Diskussionen und Gespräche wieder in Gang. Jeder war der Meinung, der Besuch hat sich gelohnt und ruft nach Wiederholung in ein paar Jahren.

Nach einigen Pausen sind wir in Würzburg gelandet. Hier nahmen wir das letzte gemeinsame Abendessen in der Gruppe ein. Wieder gute Stimmung, Lachen, Spaß und gute Gespräche.

So gegen 21.00 Uhr haben wir unser Ausgangsziel Ludwigsburg erreicht. Wir verabschiedeten uns von unserem Fahrer Olli und übergaben ihm dabei ein Trinkgeld von uns allen. Es gelang uns damit, seine Traurigkeit über seinen verlorenen Geldbeutel etwas abzumindern.

Bei meiner Verabschiedung kam etwas Traurigkeit auf. Jetzt ist auch dieser Besuch bei Abbott wieder vorbei, wie schön war es in dieser Gemeinschaft. Der Zusammenhalt in der Gruppe, die Harmonie ist schon etwas ganz besonderes. Der Wunsch der Gruppe war, dass wir das unbedingt wiederholen sollten. Die Gruppe wurde in vielerlei Hinsicht gestärkt.

Wir danken von ganzem Herzen:

• Frau Dr. Kiefeld für Ihren persönlichen Einsatz,
• Frau Dr. Bartz für den freundlichen Empfang,
• Herrn Hitzel für den freundlichen Empfang,
• Herrn Ebinger für den Vortrag
• Frau Voss für Planung bei Abbott
• Der Küche mit ihrem gesamten Team
• Herr Nitschke (DAK) für seinen persönlichen Einsatz,
• Frau Herold (DAK) für die Projektförderung nach §20c SGB V.
• Frau Carina Streckfuss (Reiseunternehmer) für die Planung und Organisation
• unserem Busfahrer Olli
• unserer Geschäftsstelle für die gute Vorbereitung.

Den Besuch in Hannover bei Abbott mit der Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum hätten wir aus eigener Kraft nie durchführen können. Fahrtkosten, Verpflegung und Hotelkosten für zwei Tage hätten das Budget der Gruppenkasse und der Teilnehmer gesprengt.

Nochmals unseren herzlichen Dank der Firma Abbott für ihre Zuwendung und der DAK für die Projektförderung nach §20c SGB V.

Katharina Stang
Gruppenleiterin
Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum

Ludwigsburg, im August 2012

 
 

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