Selbsthilfetag zur 50-Jahr-Feier der MediClin Kraichgau-Klinik in Bad Rappenau

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Bericht über den Selbsthilfetag am 30.06.2012 zur 50-Jahr-Feier der MediClin Kraichgau-Klinik in Bad Rappenau

Die MediClin Kraichgau-Klinik in Bad Rappenau feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Deshalb wurde am 30.06.2012 ein Selbsthilfetag in der Klinik veranstaltet, zu dem die verschiedenen Selbsthilfegruppen eingeladen worden waren. Von TEB aus haben Herr Lehmann und ich an dieser Veranstaltung teilgenommen. Der Vormittag der Veranstaltung war konzentriert auf verschiedene Fachvorträge, die gegen Mittag mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen wurden. Nach einem ausgiebigen Mittagessen fanden nachmittags geführte Spaziergänge durch die blühenden Parkanlagen sowie eine Humor- und Musiktherapie mit Dr. Trunzer statt.

Schon recht früh war vormittags der Vortragssaal fast bis auf den letzten Platz besetzt. Offenkundig hatten die eingeladenen Selbsthilfegruppen diese Gelegenheit zahlreich wahrgenommen. Herr Lehmann und ich fanden jedoch, da wir frühzeitig angereist waren, einen guten Platz.

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch die Begrüßung durch die Vertreter der Kraichgau-Klinik (Schmid, Dr. Trunzer, Wohlschlegel). Dabei wurde die Entwicklung der Klinik seit Gründung und ihr aktueller Stand ( 216 Betten, 140 Mitarbeiter ) detailliert dargestellt. Das Motto der Klinik „Auffangen - stärken - kompetent machen“ wird durch eine gute Vernetzung, ausführliche Informationsvermittlung und eine gute Zusammenarbeit mit allen Selbsthilfegruppen wahrgenommen.

Nach der Begrüßung referierte Dr. Gierlich über das Thema „Perspektiven in der Onkologie". Er definierte dabei Krebs in den häufigsten Fällen als eine Alterserkrankung, die durch die zunehmende Lebenserwartung bedingt sei. Dies wurde durch viele Statistiken näher erläutert. Einen weiteren Schwerpunkt des Vortrags stellten die verschiedenen bildgebenden Verfahren sowie ihre Bedeutung und den jeweiligen Stellenwert dar. Anschließend stellte der Referent die bisherigen Säulen der Therapie sowie die Neuentwicklungen (Immuntherapien, targeted therapies), die eine immer größere Rolle einnehmen, vor. Recht ausführlich behandelte der Referent die recht komplizierte Materie der targeted therapies, wobei er die verschiedenen Substanzen einschließlich der monoklonalen Antikörper vorstellte. Bei der Vielzahl dieser Neuentwicklungen und den daraus resultierenden therapeutischen Möglichkeiten kann man durchaus positiv in die Zukunft blicken, wenn auch der Referent die erhebliche Kostenfrage nicht aus dem Blick verlor. Der Vortrag wurde mit starkem Beifall bedacht.

Nach einer kleinen Pause referierte Herr Wagner über die „Perspektiven der Schmerztherapie". Er begann damit, dass eine Schmerztherapie vor etwa 100 Jahren noch überhaupt kein Thema war und auch heutzutage noch nur zweitrangig behandelt werde. Schmerz wird auch heute noch häufig nur als Symptom angesehen und ist kein eigenes Fach in der Medizin. Leider bestehen auch gegenwärtig noch viele unbegründete Vorbehalte gegen eine rechtzeitige und gründliche Schmerztherapie. Dabei leiden viele Menschen (ca. 17 % der dt. Bevölkerung) unter chronischen Schmerzen und finden oft erst nach einem langwierigen Hürdenlauf die erforderliche Therapie. Eine zielgerichtete Therapie bewege sich oft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Erreicht sei schon viel, wenn es langsam aufwärts gehe. Anschließend referierte Herr Wagner über den Sinn des Schmerzes, die Definition chronischer Schmerzen und das Schmerzgedächtnis. Eine Therapie müsse geduldig, individuell, gemeinsam mit dem Patienten und mehrschichtig erfolgen, wobei durch das Setzen von Alltagszielen die Lebensqualität zu fördern sei. Eine erfolgreiche Schmerztherapie bestehe zu 90 % aus Ausprobieren. Die entsprechenden Leitlinien seien dabei Hilfe und Bremse zugleich.

Sehr kritisch behandelte der Referent das Reha-Budget, das schon lange keine Bedarfsdeckung mehr ermögliche. Nur durch eine Vielzahl organisatorischer Gestaltungen könne die Klinik ihren Auftrag noch wahrnehmen. Theoretisch sei zwar eine Reha-Verlängerung nach der Standardzeit von drei Wochen möglich, dies bedinge aber andererseits eine entsprechende Kürzung bei anderen Patienten. Der Vortrag wurde mit langanhaltendem Beifall bedacht.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden eine Vielzahl von Fragen und Themen behandelt : sollen alle Patienten noch alles bekommen, was ist uns Gesundheit wert, Stress im Therapie- und Sozialbereich, Kostenproblem der neuen Therapien, Kostendeckelung und Verweildauer in den Akutkliniken, Probleme mit der Psychoonkologie, Verordnung und Bezahlung der erforderlichen Medikamente, Suche nach Schmerztherapeuten usw. Insgesamt fand eine sehr lebhafte und kritische Diskussion statt, bei der viele Teilnehmer ihre Sorgen und konkreten Probleme schilderten.

Dem doch recht anstrengenden Vortragsvormittag schloss sich nunmehr eine ruhige Mittagspause und ein mehr gemütlicher Nachmittag an, bei dem man die herrlich blühenden Parkanlagen Bad Rappenaus kennenlernen konnte. Sehr interessant auch die Humor- und Musiktherapie mit Dr. Trunzer. Nach den Vorträgen war dies ein recht gelungener und auch notwendiger Ausgleich.

Eine insgesamt bestens organisierte und sehr gut gelungene Veranstaltung, bei der wir viele Informationen und Erfahrungen aus dem Reha-Bereich mitgenommen haben, der doch bei allen Betroffenen eine bedeutungsvolle Rolle spielt. Mein herzlicher Dank geht an die Kraichgau-Klinik, die Aufwand und Mühe nicht gescheut hat, sich den Selbsthilfegruppen detailliert vorzustellen und seinerseits eine enge Vernetzung und Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe betreibt. Diese Anerkennung der Leistungen und Bedeutung der Selbsthilfe ist bislang keineswegs überall selbstverständlich.

Joachim Horcher

 
 

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