Spezifischer Kochkurs im Park Café Ludwigsburg

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Wieder einmal konnten wir unseren Mitgliedern am 05.11.2019 einen spezifischen Kochkurs anbieten. Dass dies zum wiederholten Male möglich war, verdanken wir der Firma Mylan, die diesen finanziell unterstützte. Von ganzem Herzen sagen wir danke!

Unser Ziel war es, Betroffenen und ihren Angehörigen Freude am Kochen und Essen zu vermitteln. Essen und Trinken sind Lebensfreude und Lebensqualität und diese gilt es zu erhalten. Dazu bedarf es des richtigen Einkaufs der Zutaten, der Zubereitung des Essens, des Anrichtens und der richtigen und ausreichenden Enzymeinnahme.

Pünktlich um 14 Uhr ging es los. Wir starteten mit dem Vortrag „Was kann und darf ich essen und wieviel Enzyme muss ich einnehmen?“
Bereits nach den ersten drei Folien meines Vortrages wurde es unruhig im Raum. Schnell stellte ich fest, dass gerade die neu erkrankten einen erheblichen Aufklärungsbedarf hatten. Fast alle hatten Enzyme von ihrem Arzt verschrieben bekommen, doch die Dosierung, die ihnen an die Hand gegeben wurde, war sehr unterschiedlich. So wurde Betroffenen geraten, z. B. 1-1-1, 1-2-1 oder nach Bedarf die Enzyme einzunehmen. Doch was ist Bedarf?

Völlig überrascht waren Betroffene und ihre Angehörige, als sie erfuhren, dass man Enzyme nach dem Fett (Faustregel 1 g Fett 2000 E) in der Mahlzeit berechnen muss. Genauso wichtig war es mir zu sagen, dass sie während des Essens und bei jeder Mahlzeit, die Fett enthält, genommen werden müssen. Um das ganze zu verdeutlichen, machte ich ein Quiz: Wer weiß, wieviel Fett in diesem Frühstück, Mittag-, Abendessen und in der Zwischenmahlzeit enthalten ist und wieviel Enzyme benötigt werden? Ich war sichtlich erstaunt über die Antworten, kaum einer machte es richtig. Es fiel auf, dass z. B.in Leberwurst, Schnitzel, Müsli, Schokolade und Kuchen das Fett zu niedrig berechnet wurde. Anhand meines Ratespiels wurde jedem klar, dass in der Regel die Enzyme unterdosiert oder falsch eingenommen wurden. Durchfall, übelriechende Blähungen und Magenschmerzen waren die Folgen, mit denen jeder einzelne auf unterschiedliche Weise zu kämpfen hatte.

Während und nach dem Vortrag entbrannte eine heftige Diskussion unter den Betroffenen und ihren Angehörigen: „Siehst Du, ich habe es schon immer gesagt, Du nimmst zu wenig. Aber mir glaubt ja keiner,“ rief ein Angehöriger seiner Frau zu.

Wir hätten noch stundenlang diskutieren können, doch unser Chefkoch stand bereits mit seinen Köchen in den Startlöchern.

In der Zwischenzeit ist Frau Anja Stedtler eingetroffen, die wir aufs herzlichste begrüßten.

Jetzt konnte es los gehen, unser Chefkoch erklärte uns den heutigen Ablauf des Kurses und was wir gemeinsam kochen werden.

  • Tomatenessenz mit Basilikum-Quark-Klößchen
  • Kross gebratener Bachsaibling auf Selleriepüree
  • Rinderfilet am Stück gebraten mit gefüllten Cannelloni au Chevre und gegrilltem roten Chicorée
  • Tonkabohnen Creme Brûlée mit pochierten Birnen

Schon allein vom Zuhören bekamen wir Hunger. Doch bevor es ans Essen ging, mussten wir erst arbeiten. Jeder ging in seine Gruppe, die vorher festgelegt worden war, und fing sogleich mit den verschiedenen Arbeiten an. Der eine schälte Birnen oder Sellerie, der andere bereitete die Tomatenessenz oder die Quark-Klößchen zu. Egal was der einzelne tat, er tat es unter Beobachtung der anderen und so manchen Spott musste man sich anhören. „Ach, Du bist aber langsam“ oder „Du hast Dir wieder die Rosinen herausgepickt“.

Es war das Lachen und Scherzen in der gesamten Küche zu hören und doch wurden wir pünktlich mit der Kocherei fertig. An den schön gedeckten Tischen nahmen wir Platz und warteten geduldig auf den ersten Gang. Doch zuvor wurden einige auserwählt, die diesen Gang kredenzten.

Die Suppe wurde serviert. Doch bevor wir anfingen, wurde nachgefragt, wieviel Enzyme hierzu benötigt werden. Danach ging es ans Essen und was soll ich sagen, die Suppe schmeckte vorzüglich.

Als nächster Gang wurde uns von einer anderen Gruppe der gebratene Bachsaibling serviert. Auch hier wieder die Frage nach der Dosierung der Enzyme. Es gab wieder ein großes Lob, die Kombination Fisch und Selleriepüree war hervorragend.

Dazwischen tolle Gespräche, viel Gelächter und eine entspannte und gemütliche Atmosphäre.

Die Mitglieder der Gruppe, die den Hauptgang servierten, standen bereits in den Startlöchern und warteten darauf, dass sie die Teller anrichten konnten. Das Rinderfilet war auf den Punkt gegart, alle waren begeistert. Die gefüllten Cannelloni au Chevre - hier waren die Meinungen zweigeteilt, da sie mit Ziegenkäse gefüllt waren und nicht jeder Ziegenkäse mochte - war der eine Teil begeistert und der andere Teil nicht. Der Chicorée passte wieder sehr gut zum Essen und schmeckte uns allen.

Dann kam der letzte Gang, der Nachtisch. Hier waren wir uns alle einig, er war fantastisch.

Bei einem Glas Bier, Rot- oder Weißwein oder auch nur Wasser, in gemütlicher Atmosphäre, an schön gedeckten Tischen, in einer netten Gemeinschaft schmeckte das Essen um ein Vielfaches besser als alleine zu Hause. Wie sagte eine Betroffene: „Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich heute so viel essen konnte, ohne dass es mir schlecht wurde. Dafür bin ich dankbar.“

Alles Schöne geht einmal zu Ende und so auch dieser Kochkurs.

Bevor wir uns voneinander verabschiedeten, bedankte ich mich bei Herrn …… für das gelungene Menü, dem Team Lacher und Frau Stedtler für ihre Unterstützung bei den Fragen zu den wichtigen Enzymen. Mein Dank geht auch an meinen Mann für seine tolle Organisation und an alle Teilnehmer. Wir konnten den Köchen und Mitarbeitern ein kleines Geschenk als Dank überreichen.

Wann es wieder einen Spezifischen Kochkurs gebe, wollten die Teilnehmer wissen. Meine Antwort war: „Ich weiß es nicht, wir werden versuchen, wieder Gelder zu bekommen. Wir wissen, dass dieser Kurs sehr schnell ausgebucht war und wir einigen Betroffenen absagen mussten. Wir hoffen, dass wir im März wieder einen Kurs anbieten können. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Nachhauseweg.“

Katharina Stang

 
 

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