Tätigkeitsbericht 2020 aller Regionalgruppen

Alle Regionalgruppen von TEB e. V. Selbsthilfe konnten ab März 2020 nicht mehr stattfinden.

Das Auftreten von Covid 19 war der Grund dafür, dass die Gruppentreffen zunächst ständig verschoben wurden und am Ende fürs gesamte Jahr abgesagt werden mussten.

Alle Kliniken, die uns bislang die Räumlichkeiten für unsere Gruppentreffen zur Verfügung gestellt haben, schlossen wegen der Corona-Pandemie ihre Tore. Plötzlich standen wir vor großen Hindernissen, die bewältigt werden mussten. Nicht nur, dass die Gruppen ausfielen, nein, - es entstanden auch große Defizite bei den Betroffenen und deren Angehörigen. Eine wichtige Anlaufstelle, wo man sich gemeinsam austauschen, Erfahrungen weitergeben konnte, Geborgenheit und Wärme, Zuspruch, Wertschätzung bekam, brach weg. Betroffene und ihre Angehörigen standen plötzlich mit all ihren Sorgen, Nöten, Problemen und Einschränkungen alleine da.

Oft, und das ist bis heute so, ließen sich telefonisch Gruppenmitglieder abends, samstags, sonntags und am Feiertag beraten. Zu ihren Sorgen kamen jetzt auch noch Einsamkeit, Trauer, Hoffnungslosigkeit und Isolation hinzu. Als Gruppenleiterin übernahm ich diese Anrufe, wusste ich doch, dass sie notwendig waren und den Menschen in ihrer gegenwärtigen Situation helfen. Dass dies sehr zeitintensiv ist und war, steht außer Frage.

In mehreren Rundschreiben wandten wir uns an alle Gruppenteilnehmer und informierten sie über den neusten Stand. Immer wieder nahmen wir Kontakt mit den Kliniken auf, um nach dem aktuellen Lage zu fragen mit dem Ziel, ggf. Gruppentreffen wieder anbieten zu können. Leider war dies immer noch nicht möglich. Gleichzeitig wollten die Betroffenen das Risiko einer Ansteckung vermeiden und sagten uns ihrerseits auf unsere Anfragen ab.

Um unseren Mitgliedern weiterhin die Möglichkeit eines Austauschs untereinander anzubieten und sie, vor allem in dieser schwierigen Zeit von Corona nicht alleine zu lassen, haben wir im April 2020 die TEB Online Gruppe gegründet. Sie findet in der Regel 14-tägig über Zoom statt, hat ein bestimmtes Thema im weitesten Sinne zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere Krebs. Unterstützt werden diese Treffen von einem Experten, der den Teilnehmern bei ihren Fragen sowohl medizinisch wie auch psychisch zur Verfügung steht. Erfreulicherweise werden die Online Gruppen gut angenommen, wenngleich sie auch kein Ersatz für die persönliche Begegnung sind.

In der Zwischenzeit haben wir festgestellt, dass diese Online Treffen in ihrer Vor- und Nachbereitung sehr zeit- und arbeitsintensiv sind, und es muss immer die technische Voraussetzung gegeben sein, um solche Treffen durchführen zu können. Die die Leitung und Führung einer solchen Gruppe ist völlig anders als in einem Gruppentreffen vor Ort und verlangt von mir neben der enormen Konzentration eine besondere Moderation. Schwer ist es, damit umzugehen, wenn jemand in der Gruppe sehr traurig ist, und man ihn nicht in den Arm nehmen kann, um zu trösten.  

Auch haben die telefonischen Beratungen stark zugenommen. Da sich Betroffene häufig nicht zum Arzt oder in eine Klinik trauen, stellt die Ansprache per Telefon oft die einzige Möglichkeit für sie dar, Hilfe zu bekommen.

Zur Wahrheit gehört auch, dass wir viele Gruppenmitglieder in dieser Zeit verloren haben. Manche haben aus irgendwelchen Gründen gekündigt und andere haben uns für immer verlassen. Leider konnte und durfte ich an Beerdigungen nicht teilnehmen und mich persönlich von diesen Menschen verabschieden. Mir fehlt bis heute diese persönliche Verabschiedung, um innerlich abschließen zu können. 

Für das kommende Jahr 2021 haben wir die Hoffnung und den Wunsch, wieder in bewährter Weise die Regionalgruppentreffen anbieten zu können, obwohl wir heute schon wissen, dass es schwierig werden kann. Wir sind in Kontakt mit den Kliniken und planen die Raum-Reservierungen 2021. Längerfristige Prognosen lassen sich leider nicht stellen und es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt.

Katharina Stang
Gruppenleitung