TEB Jahresabschluss- und Weihnachtsfeier 14.12.2019

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Es ist kaum zu glauben, aber wahr, das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu, und aus diesem Grund feierten wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern die Jahresabschluss-Weihnachtsfeier in der Musikhalle Ludwigsburg.

Damit eine Jahresabschluss-Weihnachtsfeier stattfinden kann, muss im Vorfeld viel geplant, organsiert und umgesetzt werden. Doch bevor es zur Tat geht, muss der Vorstand die finanzielle Lage prüfen und die Jahresabschluss-Weihnachtsfeier genehmigen. Der Vorstand fasste einstimmig den Beschluss, die Jahresabschluss-Weihnachtsfeier findet statt. Seit zwei Jahren bekommen wir keine Projektförderung von den Krankenkassen. Es galt, andere Möglichkeiten der Finanzierung zu finden. Ich rief ich in der Alten Apotheke Feuerbach an, schilderte mein Anliegen und bat um eine gebundene Spende für die Feier. Frau Dr. Petra Steinbeck und ihr Mann Eugen Steinbeck überlegten nicht lange und sagten mir eine gebundene Spende zu. Nach dieser Zusage konnten wir ans Werk gehen.

Zuerst musste die Musikhalle gemietet werden, das Programm und die Einladungen erstellt gedruckt und versendet werden. Danach mussten die Anmeldungen erfasst werden.

Dann ging es an die Planung des Programms: Musik, Film „Jahresrückblick“, “Winterliche Impressionen“, Künstler, Blumen, Kuchen, Essen, Nikolaus und Knecht Ruprecht, Weihnachtslieder und Geschenke, - all das musste erstellt, besprochen, gebucht und besorgt werden.

Dann endlich war es soweit. Der Tag begann für mich und meinen Mann sehr früh. Alle wichtigen Utensilien mussten zuvor in die Musikhalle gebracht werden. Danach baute mein Mann die Technik auf und schaute, dass alles reibungslos lief. In der Zwischenzeit stellte ich die Blumen auf die Bühne und Tische. Anschließend packten wir die restlichen Geschenke noch ein und stellten sie so auf, dass wir sie den jeweiligen Personen zuordnen konnten.

Die Zeit verging, und im Nu war es 14:00 Uhr, und die ersten Gäste standen schon vor der Tür. Weil es draußen sehr kalt war, ließen wir sie vor der offiziellen Saalöffnung ein.

Unsere Tochter, Schwiegersohn und unser Enkel trafen ein und mit ihnen auch andere Gäste. Sofort wurde ich in Beschlag genommen, sodass ich kaum Zeit hatte, mich mit unseren Kindern zu unterhalten.

Tomas setzte sich sofort an den Flügel und spielte. Ich genoss diese kurze Zeit und hörte seiner Musik zu. Ich war stolz, fand es bewundernswert und hatte meine Hochachtung. Dieser junge Mann übt, engagiert sich schon seit vielen Jahren für die gute Sache und erfreut unsere Mitglieder mit seiner Musik. Hier darf und muss man als Opa und Oma stolz sein.

Noch ein kurzes Durchatmen, dann kamen Schlag auf Schlag die heutigen Gäste. Viele begrüßte ich persönlich, und so manche kamen zu mir an den Tisch, an dem ich bereits Platz genommen hatte, um die selbstgebackenen Kuchen von Frau Arnsdorf, Frau Keinath und Frau Klinke und das Weihnachtsgebäck bei einer Tasse Kaffee zu genießen.

Pünktlich um 15:00 Uhr begrüßte ich offiziell die Gäste und hieß sie im Namen des Vorstandes herzlich willkommen. Ich wies darauf hin, dass durch die Spende der Alten Apotheke Feuerbach es erst möglich wurde, dass unsere Feier in diesem Rahmen stattfinden kann. Es gab einen großen Applaus der Teilnehmer für unseren Spender.

Bevor wir zum ersten Programmpunkt kamen, hatte ich noch etwas auf dem Herzen, das ich unbedingt los werden musste. Ich versuchte, mein Anliegen in Worte zu fassen und begann so: Vor ein paar Wochen hatte ich eine zufällige Begegnung mit einem Obdachlosen, die mich bis heute sehr berührt und bewegt. Damals fragte ich den Herrn: „Wie verbringen Sie Weihnachten?“ Er schaute mich an und sagte: „Ich sitze sicher wie jedes Jahr irgendwo am Neckar und schaue über das Wasser und hoffe, dass das Weihnachtsfest bald vorbei ist.“ Ich hörte zu und meinte: „Können Sie nicht in ein Obdachlosenheim oder Kirche gehen und dort gemeinsam mit anderen Menschen feiern, damit Sie nicht alleine sind?“ „Nein, das geht nicht“, und ich sah ihm an, dass er Tränen in den Augen hatte. „Was essen Sie an Weihnachten?“, war eine weitere Frage. Daraufhin sagte er: „Ich weiß nicht, vielleicht finde ich etwas im Mülleimer oder ich bekomme etwas von fremden Menschen geschenkt. Egal was es ist, Hauptsache, es füllt meinen Bauch und ich verspüre wenigstens an diesem Tag keinen Hunger.“
Ich saß noch eine Weile mit diesem fremden Menschen zusammen, und wir sprachen über das Leben allgemein und auch über sein Leben. Es war ein sehr bewegendes, offenes und ehrliches Gespräch. Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir, wie viele Geschenke ich zu meinem diesjährigen Jubiläum und Weihnachten bekommen habe. Meistens sind es Pralinen, Schokolade, Kuchen, Nüsse und verschiedene Spirituosen, die ich sehr häufig nicht essen oder trinken kann und darf. Mein Versuch, diese Süßigkeiten in der Geschäftsstelle zum Verzehr anzubieten, scheiterte, da viele unserer Mitarbeiter auf Zucker und folglich auf Süßigkeiten verzichten. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, nur die selbstgebackenen Plätzchen und besondere Schokoladen zu behalten. Viele, die mir Selbstgebackenes bringen, wissen, dass ich selbst keine Zeit habe um zu backen. Diese Geschenke sehe ich als eine besondere Wertschätzung an und freue mich sehr darüber. Auch verschiedene Weine lasse ich für meinen Mann, da ich selber kaum Alkohol trinke auf Grund meiner Erkrankung. Den Rest jedoch und noch einiges mehr wie z. B. Brot, Wurst, Käse, Fisch, Gebäck, Obst, Säfte, Spirituosen werde ich einem Obdachlosenheim spenden. Ich würde mir sehr wünschen, dass auch der Herr dabei ist, den ich zufällig getroffen habe. Vielleicht reicht mein kleiner Beitrag von diversen Lebensmitteln, dass ein paar Menschen an Weihnachten satt werden.
In dieser Begegnung wurde mir erst richtig klar, dass jeder in eine solche Situation kommen kann und diese Menschen oft keine Alkoholprobleme haben, wie man es fälschlicherweise in unserer Gesellschaft oft darstellt.  Nachdem ich das gesagt hatte, war mein Herz befreit und die Feier konnte beginnen.

Tomas spielte nach meiner Einführung drei wunderbare Klavierstücke vor, die er, so sagte er mir, wochenlang einstudiert hatte. Es war toll, ihm zuzuhören und zu sehen, wie seine Hände geschmeidig über die Tasten glitten. Stolz stand ich etwas abseits, Tomas gehörte in diesem Augenblick die Bühne alleine sowie der Applaus und die Wertschätzung der Anwesenden.

Voller Dankbarkeit überrichte ich ihm ein kleines Geschenk und fragte gleich: „Dürfen wir Dich nächstes Jahr wieder einplanen?“ „Ja“, war seine Antwort.

Es folgte der Rückblick auf das Jahr 2019. Völlig anders als sonst entschied ich mich, diesen auf eine neue Art zu gestalten. Ganz offen sagte ich in die Runde: „Ich weiß, was wir von TEB e. V. in diesem Jahr alles getan haben, deshalb frage ich Euch, wart Ihr mit uns zufrieden oder müssen wir irgendwo nachbessern?“  Ich ging von Tisch zu Tisch, jeder, der wollte, kam zu Wort. Es gab keine Kritik, sondern nur Lob. Mitglieder bedankten sich bei mir persönlich für die Hilfe und Unterstützung im ganzen Jahr. Ich glaube, es war ein Rückblick der Mitglieder, der für meine Begriffe genauso wichtig ist wie der von TEB e. V.

Mein Mann hatte wieder das Jahr in einem Film an uns vorüberziehen lassen. Man sah, es war ein sehr arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr.

Dann kamen wir zu einem der wichtigsten Programmpunkte. Wir sagen danke!

Alle, die in diesem Jahr TEB e.V. in irgendeiner Weise unterstützt haben, dankten wir und überreichten ein kleines Geschenk.

Jetzt kamen wir zu einer besonderen Einlage von Herrn Österle (Dein Theater) „Blaues Wunder“. Es ging schwäbisch zur Sache, sowohl musikalisch wie auch textlich. Für mich als Nicht-Schwabe war es sehr schwer zu verstehen, und doch spürte ich, wie die Zuhörer im Saal zufrieden waren. Mir gefiel der Teil mit dem kleinen Hund, ich hätte noch stundenlang zuhören können. Als Nicht-Schwabe habe ich gelernt, dass viele Worte oder Begriffe im Schwabenland eine ganz andere Bedeutung haben und nicht immer ein Schimpfwort sind. So ist z. B. der Ausdruck „Halbdackel“ nicht beleidigend. Nachdem Herr Österle seine Darbietung beendet hatte, gab es kräftigen Applaus, der mehrheitlich von den anwesenden Schwaben kam. Zum Schluss gab es noch eine Zugabe, und alle waren zufrieden.  

Anschließend wurde uns ein dreigängiges Menü von dem freundlichen, zuvorkommenden Team Lacher serviert. Alles schmeckte hervorragend und war für das Auge sehr anschaulich angerichtet. Wir sagen von ganzem Herzen danke für die freundliche Bewirtung, schön gedeckten Tische und für das schmackhafte Essen. Während dem Essen waren auf der Leinwand die „Winterlichen Impressionen“ von Herrn Helmut Stang zu sehen. In mühevoller Arbeit hat er verschiedene winterliche, weihnachtliche Bilder von Veranstaltungen und Begebenheiten zusammengestellt.

Jetzt war es soweit: Knecht Ruprecht (Herr Eimert) kam mit seinem Saxofon hinter der Bühne hervor und spielte das Lied vom Nikolaus. Er stimmte uns ganz allmählich auf den Nikolaus (Herr Österle) ein, und alle hörten aufmerksam zu, als dann der Nikolaus aus seinem goldenen Buch las. Nachdem er uns seinen Wunsch nach Frieden verkündet hatte, bat er um musikalische Unterstützung. Er stimmte das Lied „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“ an, und fast alle sangen mit. Es folgten weitere Weihnachtslieder. Dies war ein besinnlicher und emotionaler Augenblick, und so mancher musste kurz den Raum verlassen, um mit seinen Gefühlen, der Trauer fertig zu werden.

Danach wünschte ich allen eine gesegnete Weihnacht, besinnliche Tage und einen guten Start in das Jahr 2020. „Kommt gut nach Hause und hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr wieder!“ Von jedem Einzelnen verabschiedete ich mich persönlich mit Handschlag.

Der Saal leerte sich, bis auf Herrn Pfeiffer, meinen Mann und ich. Zusammen packten wir ein, sodass mein Mann alles zur Geschäftsstelle zurück bringen konnte. Kurz vor 22:00 Uhr waren wir endlich zu Hause, ein langer arbeitsreicher, erfolgreicher, schöner und besonderer Tag ging zu Ende.

Wir hoffen und wünschen uns, dass auch im nächsten Jahr eine Feier stattfinden kann. 2019 konnten wir mit der heutigen Feier gebührend abschließen.

 

Katharina Stang

 
 

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