Therapie Malen am Krankenbett

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Bericht über die Therapie – Malen am Krankenbett

Seit November 2011 besucht die Kunsttherapeutin Gerda Gabriel einmal in der Woche Betroffene auf der Palliativstation im Klinikum Ludwigsburg, um mit ihnen zu malen.

Frau Gabriel wird aus der gebundenen Spende von Frau Inge Hanselmann an TEB e.V. bezahlt. Es war der Wunsch von Frau Hanselmann, dass das Geld nur für Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs in der palliativen Phase verwendet werden soll.

Bei einem meiner Besuche im Klinikum Ludwigsburg sprach ich Herrn Professor Caca an, ob in seiner Klinik für diese unterstützende Therapie Bedarf besteht. Bereits nach ein paar Tagen kam er zu mir in die Geschäftstelle mit der Bitte, die Kosten für eine Maltherapeutin zu übernehmen. Da ich diese Maßnahme für sehr sinnvoll hielt weil, sie den Menschen zu Gute kommt, die dringend unsere Hilfe und Aufmerksamkeit benötigen, stimmte ich sofort zu. Es war nicht schwer, die Spenderin davon zu überzeugen, dass das Geld sinnvoll angewendet wird. Sie war sofort einverstanden.

Frau Hanselmann und ich haben uns persönlich am Krankenbett von Betroffenen erzählen lassen, ob es für sie wichtig ist, dass Frau Gabriel ans Krankenbett kommt. Voller Stolz wurden uns Bilder gezeigt, die aus der Situation entstanden sind und mit einem Leuchten in den Augen wurde erzählt, warum gerade das Motiv entstand und was man anfangs dachte.

Bei einem weiteren Besuch wurde mir gleich von zwei Betroffenen erzählt, dass sie am Anfang von der Idee, zu malen, nicht begeistert waren. Sie hätten noch nie gemalt und außerdem scheuten sie sich davor, ihre Gefühle in einem Bild darzustellen. Doch dann zeigte eine der beiden ihr Bild mit den Worten„... schauen Sie, was für ein großartiges Bild Frau Gabriel aus meinen Erzählungen gemalt hat“. Leise erzählte sie mir weiter, welche Bedeutung das Bild für sie hat und dass sie während des Malens keinerlei Beschwerden hatte, sie hätte für den Augenblick Zeit und Raum vergessen können. Müde sank sie in ihr Kissen und meinte, sie habe noch viele Bilder im Kopf. Hoffend bemerkte sie, ob ihr wohl noch die Zeit bliebe, um diese Bilder zu malen.

Lange schaute ich die Bilder an, die im Zimmer aufgehängt waren und ich gewann die Überzeugung, dass hier die Spende sinnvoll angelegt ist. Als ich diese Geschichte Frau Gabriel erzählte, spürte ich, dass sie sich sehr darüber freute und diese Freude sprudelte nur so aus ihr heraus.

 

Sie schilderte mir ihre Erlebnisse über das Malen am Krankenbett so:
Am Anfang ist oft eine große Skepsis, manchmal auch zunächst eine ablehnende Haltung der Betroffenen vorhanden. Ich erkläre ihnen, dass es auch die Möglichkeit gibt, dass ich das Bild für den Patienten male. In den meisten Fällen möchten die Patienten nicht selber malen, können aber ein Motiv nennen, das ihnen gefallen würde. Es kommen die unterschiedlichsten Motivwünsche von Blumen über Bäume, Landschaft, Berge oder Meer ,Tiere oder aber einen Engel.Wenn ich malen soll, setze ich mich neben das Bett, so dass die/ der Betroffene den Bildentstehungsprozess verfolgen kann.

Zunächst wird der Hintergrund sanft angelegt. Diese sanfte Farbigkeit wirkt sehr beruhigend auf den Betrachter und weckt optimistische Gefühle. Das Motiv entsteht langsam und immer wieder in Abstimmung mit dem Patienten. Das Bild wird ganz im Dialog gemalt: “Welche Farbe hat der Hintergrund, welche Farben das Motiv, ist es groß oder klein, mehr hier oder lieber da ...“ Und so lässt sich die Kunsttherapeutin leiten und das Bild wird das eigene Bild des Patienten und es weckt positive Erinnerungen und Gefühle.

Erinnerungen an schöne Erlebnisse, die Blumen im Garten, den liebsten Urlaubsort, ein geliebtes Tier, die Jahreszeiten, Erinnerungen an die Kindheit und vieles mehr. Die Seele kann durch das Bild auf Reisen gehen und knüpft an die gesunden Ressourcen an. Am Anfang der Arbeit sind die Patienten meist zurückhaltend, etwas schüchtern, können kaum glauben, dass jemand für sie malt. Das hat in der Regel noch niemand für sie getan. Die Schüchternheit weicht sehr schnell einer großen Freude über das Bild. Patienten kommen ins erzählen über ihr Leben. Eine Patientin sagte, das sei ihr schönstes Erlebnis im Krankenhaus gewesen.

Das Bild darf behalten werden und wird im Zimmer aufgehängt. Die Patientin oder der Patient freuen sich sehr daran und es macht sie stolz, ist doch das Bild aus ihrer Idee heraus entstanden und das Bild wirkt nach. Es ermöglicht ihnen, an den gesunden Teil ihres Organismus anzuknüpfen. Man kann darüber sprechen, mit Angehörigen oder mit dem Personal, dadurch rückt die Krankheit für kleine Momente in den Hintergrund und wird so erträglicher.

Als Frau Gabriel mit ihrer Darstellung des Projekts fertig war, überreichte sie mir eine Mappe voller Bilder, die in der langen Zeit erstellt wurden. Es machte mich traurig, einige der entstandenen Bilder kannte ich aus meinen späteren Besuchen bei den Angehörigen. Es bleiben bei ihnen Bilder der Erinnerung! Frau Gabriel bat mich, die Mappe mit den Bildern der Spenderin zu übergeben, es war der Wunsch von Betroffenen auf der Palliativstation. Vor ein paar Tagen konnte ich diesen Wunsch umsetzen und überreichte gern die Bilder an Frau Hanselmann. Sie freute sich sehr darüber. Wer sie so kennt wie ich, spürte gleichzeitig ihre Trauer und Ohnmacht, dass es immer noch keine Heilung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt.

Ich wünsche von Herzen, dass Frau Hanselmann uns noch lange die Möglichkeit gibt, im Rahmen ihrer gebundenen Spende die Betroffenen und auch deren Angehörige in dieser Weise zu unterstützen. Jede Zuwendung und Aufmerksamkeit, die man einem schwerstkranken Menschen schenkt, ist ein wertvolles Geschenk, dass in der Erinnerung bleibt.

Etwas traurig stimmt es mich, dass kaum ein Betroffenen oder Angehöriger erfährt, wer diese Maltherapie finanziert. Es ist sicher nicht alltäglich, dass eine Selbsthilfeorganisation die Therapeutin bezahlt. Hier wäre ein Dank sicher angebracht.

Katharina Stang


Eine kleine Auswahl der entstandenen Bilder

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