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Bericht zum Treffen der Regionalgruppe Lauter/Fils am 13. Januar 2016

Wie schnell verging die Zeit. Kaum waren Weihnachten und Neujahr vorbei, stand schon das erste Gruppentreffen in 2016 an. Herr Kistenfeger, der Gruppenleiter, freute sich über die hohe Anzahl der Gruppenmitglieder und begrüßte alle auf das herzlichste. Der Gruppenraum war bis auf den letzten Platz besetzt und einige neue Gesichter sah man zwischen den langjährigen Mitgliedern hervorschauen. Alle waren gekommen, um sich untereinander auszutauschen und zu informieren.

Voller Erwartung, aber auch mit einem Gefühl der Unsicherheit saßen die „Neuen“ in der Runde und waren gespannt, wie das Treffen abläuft.  Worüber wird hier gesprochen? Ist die Gruppe fachlich orientiert? Werden meine Fragen beantwortet? Finde ich Hilfe? Werden Ängste ab-oder aufgebaut? Wie reagiert die Gruppe? Wer ist Frau Stang? Solche Gedanken bewegten die neu hinzu gekommenen Anwesenden. Die Ängste der Betroffenen und ihrer Angehörigen spürten die Gruppenmitglieder sofort und handelten sehr vorbildlich. Liebevoll und fürsorglich kümmerten sie sich um die Neuen und gaben ihnen dadurch ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Keiner fühlte sich fremd oder alleine gelassen, sie sahen sich sofort als zu uns gehörig.

Herr Kistenfeger begann pünktlich mit seinen Ausführungen, bedankte sich bei allen für ihr Kommen und wünschte der Gruppe einen guten Verlauf. Nach dieser ausführlichen Eröffnung durch den Gruppenleiter konnten sich die Neuen ein kleines Bild davon machen, wie es in etwa in der Gruppe zugeht. Was wir bieten, was wir tun und warum wir es tun. Seit dem Bestehen der Gruppe ist es aus verschiedenen Gründen so geregelt, dass ich den fachlichen Teil abdecke und Herrn Kistenfeger damit unterstütze. Nur so war es möglich, diese Gruppe ins Leben zu rufen und am Leben zu halten. Seit vielen Jahren ist diese Regelung von Vertrauen, Zuverlässigkeit, Fürsorge und Liebe geprägt und wir können uns immer blind aufeinander verlassen und damit der Gruppe helfen. So war es auch an diesem Nachmittag. Ich übernahm wie immer den fachlichen Part.

Zunächst stellte ich dar, was TEB e. V. für 2016 geplant hat und bat um Unterstützung bei der diesjährigen Mitgliederversammlung, die auch gleichzeitig Wahlen beinhaltet. Ebenso bat ich um Unterstützung bei den vielfältigen Veranstaltungen, die wir ausschließlich zum Wohle der Betroffenen durchführen - sei es, um sie psychisch zu stärken oder um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für unsere Tätigkeit zu sensibilisieren.

Nun wäre ein Betroffener zu Wort gekommen. Doch bevor ich ihn dazu kommen ließ, war es mir ein besonderes Bedürfnis, beim ersten Treffen 2016 das anzusprechen, was mich persönlich betrifft und belastet. Ich war mir sicher -  hier ist der richtige Ort, hier kann und darf ich offen und ehrlich auch über meine eigenen Empfindungen, Sorgen, Nöte und Ängste und Erlebnisse sprechen.  Seit 10 Jahren führe ich TEB e.V., seit fast siebzehn Jahren leite ich diese und noch weitere Gruppen. Immer wieder werde ich mit einer sehr schweren Erkrankung, mit der schlimmsten Krebsart konfrontiert. Angst, Kummer, Not, Leid und Trauer sind meine ständigen Begleiter und haben so manche Narbe bei mir hinterlassen. Das Jahr 2015 war für mich ein sehr schweres, sowohl bei TEB als auch privat. Das Jahr war von neuen Herausforderungen, schwierigen Situationen, wichtigen Entscheidungen, Tiefschlägen, Neuerungen und Erfolgen geprägt. Bei TEB wie auch privat musste ich mich von sehr liebgewonnenen und mir besonders nahe stehenden Menschen für immer verabschieden oder ich musste Schicksalsschläge hinnehmen, die mir Sorgen bereiteten und viel Kraft nahmen. Die Zeit blieb nicht stehen und ich wurde dabei 10 Jahre älter und mein Gesundheitszustand wies mich wieder einmal von einem Tag auf den anderen in meine Schranken. Mir wurde klar, um weiter kranken Menschen zu helfen, muss ich sorgsam mit meiner Gesundheit, Kraft und Reserven umgehen. Mir war es wichtig, der Gruppe mitzuteilen, in welcher seelischen Verfassung ich mich derzeit befand. Alle hörten aufmerksam zu, einige nickten und meinten, „ Katharina, Du weißt doch, wenn Du uns rufst, sind wir da und werden Dich im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.“ Ich spürte große Anteilnahme und so mancher meinte: “Katharina, wir haben noch nie gemerkt, dass es Dir nicht gut geht. Du sprühst vor Energie, Kraft und Deine Hilfe war immer da! Nie hast Du geklagt! Wir vergaßen, dass auch Du an der Bauchspeicheldrüse operiert bist." Dieses Mitgefühl der Gruppe zeigte mir, das es war der richtige Schritt, die Karten auf den Tisch zulegen. Nach dieser persönlichen Einführung fühlte ich mich leichter und besser und ich konnte die Gruppe in gewohnter Weise fortführen.

Die Neuen bekamen nun Zeit und Raum, um ihre Fragen zu stellen und bekamen die entsprechenden Antworten darauf. Einem Betroffenen, der vor der Entscheidung stand, einen IPMN operieren zulassen und wahnsinnige Angst hatte, eine falsche Entscheidung zutreffen, bot ich an, ihn zu seinem Arzt zu begleiten, was in der Zwischenzeit geschah. Meine Anwesenheit verlieh dem Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen.

Am Ende der Gruppe angekommen fragte ich jeden einzelnen, wie die Gruppe für ihn war. Bei diesem Rückblick spürten die Gruppe und ich, dass nicht jeder mit meiner klaren Haltung zurecht kam. In einem persönlichen Telefonat erwies sich mein Gefühl als richtig. "Deine klaren Worte gehören nicht in die Gruppe. Es hat mich runtergezogen." - so die Meinung einer Betroffenen!

Viele der Anwesenden aus der Gruppe bestätigten in einem persönlichen oder telefonischen Gespräch, dass meine Offenheit wichtig und richtig war. „Katharina, Du bist eine von uns. Wir sind dankbar für Deine Hilfe und alles was Du für uns in den letzten Jahren getan hast. Pass gut auf Dich auf! Wir brauchen Dich und haben Dich sehr, sehr gern!" Ein neues Mitglied sagte:“ Ich bin zu tiefst berührt. Ich habe in diesem Augenblick ganz viel Wärme und Menschlichkeit gespürt." Diese Worte taten mir unendlich gut! Ich bin mir sicher: Ich konnte klar und deutlich ansprechen, dass Gruppenleiter Menschen sind, die meistens auch mit der Erkrankung und ihren Schwierigkeiten leben müssen und diese in der Gruppe offen und ehrlich äußern dürfen. Ich war immer für Klarheit, Offenheit und Ehrlichkeit - so habe ich es geschafft, die Gruppen und auch TEB nach vorne zu bringen. 

In diesem Sinn freue ich mich auf die nächste Gruppe.


Katharina Stang

 
 

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