Was sind TTFields?

Immer wieder kommen Fragen in den verschiedenen Beratungen und Gruppen auf mich zu, die für mich neu oder nicht leicht zu beantworten sind. So kam es, dass eine Angehörige aus der Schweiz fragte, ob ich wisse, was TTFields seien.
Ja, ich hatte schon davon gehört und ich wusste auch, um was es geht. Doch ganz ehrlich, ich hatte mich nicht richtig damit befasst, denn ich glaubte, es ginge nur um Behandlungen beim Hirntumor. Doch die Sache ließ mir keine Ruhe, da ich inzwischen gelesen hatte, dass man diese Behandlung auch beim Bauchspeicheldrüsenkrebs in Studien erforscht.
In der Zwischenzeit habe ich mich im Auftrag unserer Betroffenen über diese Behandlungsmethode erkundigt. Wir von TEB e. V. versuchen, am Puls der Zeit zu sein und wollen, ohne dass wir eine Wertung vornehmen, unsere Mitglieder über Neues, Behandlungen, Therapien und Forschung informieren. Denn nur ein gut informierter Betroffener kann sich für die eine oder andere Behandlung und Therapie entscheiden.

Was sind TTFields und wie wirken sie?
Es handelt sich hierbei um Tumortherapiefelder, die seit langem als anerkannte Behandlungsform bei einer bösartigen Form des Hirntumors eingesetzt werden. Um das Wachstum krebsartiger Tumore zu hemmen, werden schwache elektrische Wechselfelder im mittleren Frequenzbereich (100-300 kHz) über sogenannte Arrays von außen auf den erkrankten Körperbereich gerichtet.

Wie kam man auf diese Behandlungsform?
Vor ca. 20 Jahren entdeckte Professor Yoram Palti, dass elektrische Wechselfelder einer bestimmten   Frequenz wichtige Zellteilungsprozesse von sich schnell teilenden Krebszellen stören können. Die Krebszellen können daraufhin in den Zelltod getrieben werden. Dadurch kann das Tumorwachstum verlang- samt oder gestoppt werden. Seit Jahren werden Untersuchungen gemacht mit der Fragestellung, wie sich TTFields zur Behandlung verschiedener Krebsformen einsetzen lassen. In der Zwischenzeit wurden mehrere Studien durchgeführt und erreichten eine Zulassung für die Behandlung des Glioblastoms, eines bösartigen Hirntumors. Das Ziel der Studien war, Erkenntnisse zur Wirksamkeit, Sicherheit und Lebensqualität zu gewinnen. Zu dieser Zeit wird die Behandlung mit den TTFields hauptsächlich beim Hirntumor eingesetzt.

Wie werden TTFields angewendet?
TTFields werden über Arrays (eine Art Keramik-Gelpads) an die entsprechende Tumorregion abgegeben. Die Lage der Arrays wird individualisiert angepasst, bevor sie anschliessend direkt auf die Haut der betroffenen Körperregion plaziert werden. Sie sind mit einem mobilen Gerät verbunden, das in einer Tasche oder einem kleinen Rucksack am Körper mitgeführt wird. Das Gerät kann mit einem Akku oder Netzteil betrieben und so in den Alltag integriert werden. Wichtig dabei ist eine möglichst kontinuierliche Anwendung, um einen optimalen Therapieeffekt zu erreichen. Wie wir von TEB e. V. wissen, werden die Betroffenen sorgfältig von Ärzten medizinisch und von dem Hersteller der Therapie technisch betreut.
Welche Nebenwirkungen von TTFields sind bekannt?
Es handelt sich hierbei um eine relativ schonende Therapieform mit geringen Nebenwirkungen. Außer gut behandelbaren Hautreaktionen unter den verschiedenen Arrays, die mit einem vorübergehenden Juckreiz verbunden sein können, sind keine zusätzlichen und bedeutsamen Nebenwirkungen aufgetreten.

TTFields zur Behandlung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Zurzeit laufen klinische Studien, in denen die TTFields-Therapie für die Behandlung weiterer Krebserkrankungen, unter anderem beim Eierstock-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht und getestet wird. Die weltweit durchgeführte Zulassungsstudie PANOVA-3 (Phase III) testet derzeit die Wirksamkeit und Sicherheit von TTFields in Kombination mit einer Standard Chemotherapie für die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen Bauchspeicheldrüsenkrebses. Eine Aussage zur Wirksamkeit beim Bauchspeicheldrüsenkrebs kann derzeit noch niemand treffen.Ob und inwieweit so eine zusätzliche Therapieform erfolgreich ist und ob sie in Zukunft bei Betroffenen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vermehrt eingesetzt wird, entzieht sich meiner Kenntnis und gehört in die Hände von Ärzten, Forschern und denjenigen, die sie entwickelt haben.

Da TEB e. V. seinen Mitgliedern verpflichtet ist und sich mit deren Fragen auseinandersetzen will, war es mir wichtig, auf diese Möglichkeit einer weiteren Behandlungsform einzugehen, ohne zu bewerten und ohne zu beeinflussen.

Katharina Stang

 
 

Suche

mitmachaktion.jpg


Gründungsmitglied

web.jpg



Kooperationspartner

DDH-M_Logo.jpg

Deutsche Diabetes-Hilfe
Menschen mit
Diabetes e. V. (DDH-M)
10117 Berlin

skypen.png
SKYPEN Sie mit uns

Mehr Infos ...


Übersicht

Zertifizierte
Pankreaskarzinom-
Zentren

(nach DKG zertifiziert)
-------------------
Zertifizierte
Onkologische Zentren

(nach DKG zertifiziert)


Die Selbsthilfe
TEB e. V. wird durch Förderungen der Krankenkassen unterstützt.


Spenden auch Sie, damit wir unsere Arbeit fortführen können

Spendenformular