Welt-Pankreaskrebstag am 21. November 2019

Wir_danken_allen.jpgAm 21. November 2019 veranstaltete TEB e.V. zum mittlerweile sechsten Mal den Welt-Pankreaskrebstag in der Musikhalle Ludwigsburg.

Dieser Tag wurde 2013 von 20 verschiedenen Organisationen, darunter TEB e.V., gegründet mit der Absicht, die Öffentlichkeit für die Erkrankung Bauchspeicheldrüsenkrebs zu sensibilisieren, aufzuklären und zu informieren.

Gleichzeitig soll dieser Tag ein Signal sein, den Kampf gegen diese aggressive Krebsart aufzunehmen und fortzuführen. Ziel dabei ist und bleibt, die Chancen auf Heilung zu verbessern, damit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine bessere Überlebensrate bekommt. Hierzu bedarf es der Zusammenarbeit und Unterstützung der Öffentlichkeit, der Ärzte, wie auch der Industrie, Organisationen und Politik. Der Welt-Pankreaskrebstag steht für die Zusammenführung und den Austausch dieser unterschiedlichen Gruppierungen, für Bestandsaufnahme, für das gemeinsame Fortschreiten und den Ausblick, wie gegen diese Erkrankung weiterhin vorgegangen werden kann.

Wieder haben im Vorfeld viele helfende Hände bei der Planung, Umsetzung und Organisation dieses Tages unterstützt. Und so konnten nach der Eröffnung um 09:00 Uhr Frau Katharina Stang und Herr Professor Dr. med. Stefan Riedl, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats von TEB e. V., alle Anwesenden in der Musikhalle herzlich begrüßen.

Anschließend folgte als erster Redner Herr Prof. Riedl. Einführend widmete er seinen Vortrag dem Motto des heutigen Tages: „Neue Wege – Chancen – Hoffnung“.

Klar und deutlich schilderte er uns die medizinischen Verbesserungen der letzten Jahre bei der Behandlung und bei den Therapien von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dabei ließ er keinen Zweifel daran, dass wir noch lange nicht am Ziel angekommen sind. Dennoch haben sich Operationen verbessert und wurden sicherer, die Liegezeit wurde kürzer, der Kostaufbau schneller und auch die weiteren Behandlungen der verschiedenen Therapiemöglichkeiten wurden optimiert. Alles in allem war es ein sehr guter Einstieg in den Tag.

Erstmalig in diesem Rahmen fand danach eine Podiumsdiskussion statt, die von Herrn Matthias Bulling, Geschäftsführer und Künstlerischer Direktor von Bulling Entertainment, geleitet wurde.

Teilnehmer waren: Vertreter aus Medizin (Professor Dr. med. Stefan Riedl, Professor Dr. med. Karel Caca), Forschung (Dr. Susanne Berthold), Pflegewissenschaft (Patrick Ristau), Krankenkasse (Klaus Föll), Betroffene (Annemarie Bulling), Angehörige (Rainer Krauß) und Selbsthilfe (Katharina Stang).

Diese Runde stieß auf sehr großes Interesse, da somit ein Austausch unterschiedlichster Positionen, alle mit demselben Anliegen und Ziel, möglich wurde. Alle im Saal folgten gebannt der Diskussion, die Herr Bulling sehr souverän und menschlich zugewandt führte. Man spürte sein persönliches Interesse, da er auch aus der Sicht des Angehörigen sprach.

In der Runde wurde klar, dass sich vieles in den nächsten Jahren in der Medizin, Pflege und Selbsthilfe verändern wird. Ob dies alles zu unserem Vorteil geschieht, bleibt fraglich. Wichtig war auch zu erfahren, dass sich in der Zukunft doch etwas in der Früherkennung (eventuell durch einen Bluttest) entwickelt. Hier laufen bereits die ersten Studien und es bleibt abzuwarten, ob es hier eine Möglichkeit der Früherkennung geben kann. Konsens aller Beteiligten war, dass wir gemeinsam und miteinander an einen Strang ziehen und unter dem Motto dieses Tages weitergehen zum Wohle der Betroffenen und der Angehörigen.

Am Ende der Podiumsdiskussion verlas Herr Bulling das Grußwort von Herrn Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, Mitglied des Deutschen Bundestages. Parallel dazu erschien sein Foto auf der Leinwand, das uns in Verbindung mit dem Grußwort (s. Homepage www.welt-pankreaskrebstag.de) zur Verfügung gestellt wurde.

Ein sich anschließender Imbiss gegen 12:30 Uhr lud zu einer Pause ein, - zum Innehalten, Gespräche führen nach vielen interessanten Beiträgen und nicht zuletzt zur Stärkung von Leib und Seele.

Zwischendurch bestand jederzeit die Möglichkeit, die Stände der Pharma-Aussteller zu besuchen, - ebenfalls ein Novum in diesem Jahr. An dieser Stelle geht unser Dank an die Firmen für ihren Beitrag, mit einem Stand diesen Tag mit zu gestalten.
Ebenfalls wurde eine BIA-Messung, ein Messverfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung, angeboten.

Nach der Mittagspause erklärte Herr Professor Riedl an einer Präsentationswand die Bauchspeicheldrüse, ihre Anatomie und Funktion sowie ihre Erkrankungen. Danach beantwortete er viele Fragen der Teilnehmer.

Aus der Sicht der Pflegewissenschaft referierte Herr Patrick Ristau zum Thema „Forschungsprojekt Bauchspeicheldrüsenkrebs – wie geht es weiter?“ Jeder, der aufmerksam zuhörte, nahm wahr, was die Betroffenen und ihre Angehörigen tagtäglich erleben: Der Ärzte- und Pflegenotstand ist bereits in vielen Kliniken angekommen. Hier stehen Kosten im Mittelpunkt und nicht der Betroffene. Der Weg sollte wieder zurück zur Menschlichkeit in den Kliniken führen.

In der Funktion als 1. Vorsitzende, Gründerin von TEB Selbsthilfe e.V. und Gruppenleiterin verschiedener Regionalgruppen, sprach Frau Katharina Stang über ihre Erfahrungen, die sie seit Jahren mit Betroffenen und Angehörigen täglich macht: „Leben mit Bauchspeicheldrüsenkrebs“ –was es bedeutet, diese Diagnose zu bekommen und mit ihr zu leben.

Alleine das Wort Krebs, die Konfrontation mit der Endlichkeit, macht Angst, hilflos und verletzbar.

Ihr Vortrag war auf ein Bild, das den Weg der Erkrankung aufzeigt und das an einem Gruppennachmittag entstand, aufgebaut. Es wurde deutlich, mit welchen Schwierigkeiten Betroffene und Angehörige während der Erkrankung konfrontiert sind.

Als ein Aspekt bei der Behandlung von Krebserkrankungen haben sich inzwischen unterschiedliche Entspannungstechniken etabliert, da Sport und Bewegung sehr wichtig sind. Frau Liane Bieber stellte Qigong vor und lud alle Anwesenden ein, mitzumachen. Bei meditativer Musik, in ruhiger Atmosphäre wurden die Übungen durchgeführt und taten allen gut.

Welchen Anklang fand der heutige Tag, vor allem auch der neue Programmpunkt – die Podiumsdiskussion? Dazu wurden Meinungen aus dem Publikum eingebracht und rundeten gegen 16:00 Uhr das Veranstaltungsprogramm ab. Zu unserer Freude war die Resonanz durchweg positiv.

Dass dieser Tag gelungen war, verdanken wir vielen Helfern im Hintergrund. Unser Dank gebührt:
Herrn Helmut Stang für die Planung, Organisation und Umsetzung der Veranstaltung.
Frau Inge Wölfle für die Flyer, Plakate, Fotos und Internetbearbeitung.
Herrn Gerhard Weihs fürs Fotografieren.
Dem Vorstand, Fachausschuss, den Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, den Referenten, dem Team Lacher, dem Techniker, Hausmeister und allen Teilnehmern.
Herrn Stephan Hurst, Schlossverwalter, und Herrn Michael Schopf, Firma Lautmacher, für die Beleuchtung des Residenzschlosses.
Dem Katharinenhospital, insbesondere Herrn Professor Wolfram Zoller, der ab 17:30 Uhr den Pavillon auf dem Schlossplatz in Stuttgart anstrahlen ließ und mit einem Infostand präsent war.
Herrn Professor Jörg Köninger, Frau Anette Seifert und Frau Joanna Metaxa sowie den weiteren Ärzten, die am Schlossplatz waren.

Aus dem Gefühl der Verbundenheit und der Solidarität wurden weltweit öffentliche Gebäude wie hier in Ludwigsburg und Stuttgart in der Symbol-Farbe Lila angestrahlt.

Danke an alle Kliniken und Ärzte, die diesen Tag in und außerhalb von Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit uns unterstützt haben.

TEB Selbsthilfe e.V.

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