Wer braucht Enzyme? Wie sollten sie dosiert werden? Was für Folgen entstehen bei falscher Dosierung?

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Bericht Vortrag in der Regionalgruppe Mittlerer Neckar am 19. Juli 2011
Thema: Wer braucht Enzyme? Wie sollten Sie dosiert werden? Was für Folgen entstehen bei falscher Dosierung?
Referent: Herr Dr. Kirchhausen-Düsing

wer_braucht_enzyme.jpgAm 19.07.2011 traf sich die Regionalgruppe Mittlerer Neckar zu ihrem monatlichen Gruppennachmittag. Ganz herzlich begrüßte ich alle Teilnehmer und unseren Referenten. Zu Beginn der Veranstaltung hatten wir Probleme mit dem Raum und der Technik. Deshalb starteten wir leicht verspätet.

Bereits bei meiner Einführung spürte ich, dass die Zustimmung zu dem Thema: “Enzyme“ nur sehr gering war. Fast gelangweilt setzten sich die Gruppenmitglieder auf ihre Plätze. Ihr Gesichtsausdruck ließ erkennen: Warum schon wieder dieses Thema? Wir kennen doch schon alles? Was sollen wir heute hier noch lernen? Nachdem ich das Wort an Herrn Dr. Kirchhausen-Düsing übergab, war ich nach unserem Vorgespräch neugierig, wie er seinen Vortrag aufbaut. Wir hatten bei einem Vorgespräch vereinbart, dass der Vortrag bei den Anwesenden Interesse wecken sollte und neues Wissen vermittelt. Der Aufbau sollte auch so gestaltet sein, dass der Einstieg kurz gefasst ist und genügend Zeit zur Beantwortung zur Verfügung steht.

Bereits während der 1. Folie wurde allen sofort bewusst, dass dieser Nachmittag viel verspricht bei unserer aller aktiven Mitarbeit.

Herr Dr. Kirchhausen-Düsing hatte seinen Vortrag so aufgebaut, dass er Stichworte vorgab und die dazugehörenden Fragen und Antworten von uns selbst erarbeitet werden mussten. Das führte zu einer sehr lebhaften Diskussion. Geschickt formulierte er seine Fragen und Anregungen an die Runde und forderte sie zu Erklärungen auf wie z. B: „Was ist Standard, was ist üblich und wie machen Sie es?"

Die Überraschung bei den Ergebnissen war zum Teil sehr groß mit einigem Erstaunen. Gruppenmitglieder, die schon einige Jahre regelmäßig die Gruppe besuchen, ertappten sich bei dem Ergebnis dabei, dass sie sich zum Teil bei der Einnahme von Enzymen nicht korrekt verhalten.

Der Referent sagte nicht immer alles sofort, sondern wartete oftmals ab, wie die Gruppe reagiert und zu welchen Erkenntnissen sie kommt. Wichtige Tatbestände, z. B. "... wann nehme ich die Enzyme ein, vor oder nach dem Essen?" erklärte er nicht sofort, sondern wartete auf die Reaktion der Gruppe. Diese zeigte eine gute Reaktion! Denn sofort nach dem jeweils im Sachverhalt nicht völlig erklärten Tatbestand wurde die Frage von den Teilnehmern gestellt. Mit dieser Art des Vortrages gelang es dem Referenten, dass die Gruppe interessiert und sehr aufmerksam war.

Er erklärte die Begriffe: Amylase, Lipase und Protease, was ist ein Elastasetest und erläuterte die Voraussetzungen, damit der Arzt Enzyme verschreiben muss!

Auch den Einwand der Gruppe: „Die Ärzte kennen sich oftmals nicht aus, sie wissen nichts genaues, vor allem nicht, wie hoch dosiert werden muss“, parierte der Referent sehr souverän und meinte: „Ärzte haben wenig bis gar keine persönliche Erfahrung auf diesem Gebiet. Ärzte haben oftmals nur wenige Patienten in ihrem Praxisalltag“.

Bei seinen Erläuterungen verwies er explizit auf die SHG TEB e. V. Von unserer Arbeit und unserem Wirken ist er sehr überzeugt. Ergänzend fügte ich hinzu: „Ernährung, Enzyme, ihre Dosierungen sowie die Einnahme ist ein wichtiges und immer wiederkehrendes Thema in den Gruppen und bei den täglichen Beratungen. Leider werden hier immer noch die größten Fehler gemacht, welche sich nachhaltig schlecht für die Betroffenen auswirken."

Durch diesen kurzweiligen Vortrag erreichte der Referent eine Spannung und Aufmerksamkeit bis zum Schluss. Mit einem großen Applaus und einem Geschenk der Gruppe bedankte ich mich im Namen Aller bei Herrn Dr. Kirchhausen-Düsing für den tollen Vortrag. Ich bat ihn dabei, bis zum Schluss der Veranstaltung zu bleiben, was er gerne tat.

Wie so oft hatten wir auch an diesem Tag neue Teilnehmer, die einen Schnuppertag einlegten und neugierig waren, was wir unter Gruppenarbeit verstehen, wie die Atmosphäre ist und wie sich die gegenseitige Hilfe und Unterstützung darstellt.

In der restlichen, noch zur Verfügung stehenden Zeit stellte ich mich als Gruppenleiterin der Aufgabe, herauszufinden, wer heute dringend Hilfe und Unterstützung benötigt. Dabei fiel mir eine junge Frau auf. Sie machte einen traurigen Eindruck. Ich bat sie, uns mitzuteilen, was der Grund ihres Besuches in unserer Gruppe ist. Sie berichtete, dass ihr Mann die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekam. Und es geht ihm sehr schlecht. Sie als Angehörige fühle sich allein gelassen und total überfordert. Ihre Situation überfordere sie so sehr, das sie kaum noch in der Lage ist, ruhig die Situation zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Nach Beendigung ihres Berichts stellte sich die gesamte Gruppe einstimmig hinter sie und gab ihr sofort das Gefühl: „Wir verstehen Dich und wir alle tragen Dich“. Viele kennen die Situation aus eigener Erfahrung. Die Teilnehmer haben die Erkrankung entweder selbst oder als Angehörige erlebt. Der jungen Frau half es augenblicklich, dass sie nicht allein mit ihrem Problem ist und viele andere Menschen das gleiche Problem haben und wie sie damit umgegangen sind oder auch umgehen.

Zum Schluss der Gruppe versprach ich der Frau, dass ich im Rahmen unseres Projektes „Hilfe am Krankenbett“ ihren Mann als Betroffenen besuche. Dankend nahm sie mein Angebot der Hilfe an und war danach sehr erleichtert.

Als Letztes bat ich die einzelnen Teilnehmer, ein Fazit der heutigen Veranstaltung zu geben. Alle äußerten ihre Zufriedenheit über einen gelungenen Nachmittag. Sie betonten ausdrücklich, dass ihre anfänglich skeptische Haltung sich ins Gegenteil verkehrte und sie bei dem Vortrag über „Enzyme“ sehr viel Neues erfahren haben.

Danach wünschte ich allen einen guten Nachhauseweg und alles Gute. Gemeinsam mit Frau S. besuchte ich anschließend ihren Mann auf der Station. In den Gängen begegneten wir Herrn Professor K. und dem Oberarzt. Nach einer kurzen Begrüßung berichtete ich von den Erfahrungen von Frau S. Beide hörten aufmerksam zu und versprachen, sich um den Mann von Frau S. zu kümmern. Was er auch umgehend durchführte. Frau S. war überrascht, was die außergewöhnliche Gruppe von TEB e. V. mit ihrem Netzwerk in kürzester Zeit umsetzt. Bewegt war sie über die Handhabung, wie wir uns persönlich um jeden Einzelnen kümmern. Die raschen und professionellen Hilfen haben Frau S. veranlasst, dass sie in den nächsten Tagen ihre Mitgliedschaft bei TEB e. V. einreicht. Beim Besuch ihres Mannes gelang es mir durch meine Erfahrung, ihm ein wenig Mut zu machen. Mich bedrückt es, wenn ich immer wieder spüren muss, dass Betroffene sehr schwer von Hoffnung zu überzeugen sind, da sie oftmals kein Licht am Horizont erkennen.

Trotz großer Erschöpfung war ich über diese Gruppenveranstaltung zufrieden, denn Alle haben von dem Vortrag oder dem gemeinsamen Gespräch profitiert.

Katharina Stang

 
 

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